Die Wahrheit über die Nahe (2) – die Roten und Exoten

Machen Sie die Probe aufs Exempel: fragen Sie ihren Freundeskreis ab: ‚Nenne mir drei Weingüter von der Nahe!‘ Die Antwort dürfte erstaunlich oft lauten: ‚Dönnhoff, Emrich-Schönleber, Schäfer-Fröhlich‘, wobei letzteres häufiger durch Diel ersetzt werden dürfte, manchmal vielleicht durch Gut Hermannsberg, bei Jüngeren auch durch Tesch. Was haben alle diese Betriebe – außer Diel – gemein? Sie sind ausschließlich für Weißwein bekannt. Wenn sie überhaupt Rotwein machen, dann quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das ließe sich erweitern: Joh. Bapt. Schäfer, Kruger-Rumpf, Jakob Schneider, K. H. Schneider: gefühlt reine Weißweinproduzenten, haben auch diese großen Namen maximal fünf Prozent rote Reben im Portfolio und stellen sie selten auf den Probentisch.

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Sichere Ablage

Liebes Team vom Weingut Georg Müller Stiftung, Sie haben mir vor einigen Monaten freundlicherweise eine kleine Auswahl Ihrer Weine geschickt. Sie hätten sich vor einigen Jahren personell neu aufgestellt und wären jetzt an einem Punkt angelangt, wo Sie erste Früchte ernten und Weine zeigen könnten, die Ihren stilistischen Vorstellungen nahe kämen. Ob ich Lust hätte, diese zu verkosten und Ihnen ein Feedback zu geben, wo sie meiner Meinung nach stehen. Sichere Ablage weiterlesen

Gut aussehende Verkoster

Immer wieder dreht es sich in diesem Blog um die Frage, was denn nun ein Weinkritiker, Weinkenner oder selbsternannter Weinexperte alles können muss und können kann. Und weil ich einen Artikel gelesen habe, der mir Denkanstöße bot, müssen meine Leser an einer weiteren Etappe meines ewigen Grübelns teilhaben (Sie können diesen Artikel auch überspringen, noch haben Sie die Chance zur Flucht). Glücklicherweise tauchte in dem Artikel auch ein Wein auf, der mich daran erinnerte, dass ich hier dringend noch kürzlich getrunkene Weine besprechen muss. Wer bis zum Ende durchhält, wird deshalb mit zwei semifreakigen Weinempfehlungen belohnt. 
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Per aspera ad astra

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich ein schönes Weingut und gerade, wenn Sie anfangen wollen Wein zu machen, kommt Ihr Kellermeister und erklärt Ihnen: ‚Sorry, Chef, Weingut kaputt!‘. Gibt’s nicht, sagen Sie? Doch, gibt es – und ist die kürzeste Kurzfassung der jüngeren Geschichte der Domaine d’Aussieres. Per aspera ad astra weiterlesen

Weltpokalsiegerbesieger

Mein Juroren-Einsatz beim fränkischen Weinwettbewerb Best of Gold brachte mich in eine einmalige Lage: Ich konnte alle Jury-Entscheidungen, an denen ich nicht beteiligt war, am Abend unter quasi gleichen Bedingungen nachvollziehen, denn im Anschluss an die Siegerehrung gab es die drei Bestplatzierten jeder Kategorie in der freien Verkostung, sogar in den gleichen Räumen, in denen am Tage die Jury getagt hatte. Und es gab dieses eine Urteil, dass nachzuvollziehen mich brennend interessierte: Spätburgunder. Ich schreibe bewusst nachvollziehen und nicht überprüfen, denn ich bin der Meinung, dass ein Jury-Urteil in jedem Fall präziser als eine Einzelmeinung ist.  Weltpokalsiegerbesieger weiterlesen