Wein-Podcast Folge 23

Blindflug 23: Pater Protz und die heiße Sau

Eine seltene Gelegenheit und ein Hörer-Geschenk ergeben eine rein deutsche Folge – die zweite erst in der Geschichte dieses Podcasts.

Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling trocken 'Alte Reben' 2013 vom Bischöflichen Weingut Rüdesheim

Felix ist einem Wein begegnet, der eigentlich längst ausverkauft sein sollte. Doch ein kleiner Skandal um Luxus-Badezimmer führte zu einem teilweisen Boykott und am Ende waren noch 400 Flaschen Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling trocken ‘Alte Reben’ 2013 vom Bischöflichen Weingut Rüdesheim über. Die sind jetzt wunderbar gereift, fordernd, aber nicht anstrengend und eine unbedingte Empfehlung für alle, die perfekt gereiften Riesling trinken wollen. Sascha steht ein bisschen neben sich und rät wild in der Welt herum, bevor er dann aber sein Können mit einem einfachen Satz unter Beweis stellt: ‚Den kann ich auch ohne Essen jetzt trinken!‘

Edle Spende eines Hörers

Lukas Hammelmanns ‚3M2N‘ Spätburgunder Rosé ‚Roter Berg’ 2017

Sascha schenkt dann einen Wein der Stunde ein: Lukas Hammelmanns ‚3M2N‘ Spätburgunder Rosé ‚Roter Berg’ 2017 gehört zu den gesuchten, weil raren, Weinen eines der Top-Newcomer der Deutschen Weinszene. Dass er rar ist, findet Felix verständlich, denn der Wein ist vor allem sehr gut. Im schwarzen Glas legt seine fruchtferne Nase eine falsche Fährte, obwohl das Mundgefühl doch typisch Rosé ist. Dank an Hörer Dirk Pohlmann, einen Freund von Lukas Hammelmann, der den Wein gespendet hat, weil er mal wissen wollte, was uns aus dem schwarzen Glas dazu einfällt. Viel Gutes!

Viel Spaß mit der neuen Episode unseres Wein-Podcasts.

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13 Gedanken zu „Blindflug 23: Pater Protz und die heiße Sau“

  1. Hallo zusammen.
    Diese Folge zeigt mal wieder, dass es sehr schwierig ist einen Wein blind zu verkosten.Sascha tut sich schwer beim Riesling trotz diverser Hilfen von Felix. Im Grunde definiert er sehr viele Eigenschaften eines Rieslings korrekt. Warum kommt er nicht darauf ?
    Ich denke er setzt sich zu sehr unter Druck. Ihr zwei steht mit Blindflug ziemlich im Fokus vieles richtig machen zu müssen. Müsst ihr nicht.
    Mir macht diese Folge Mut.
    Auch ich versuche sehr oft zu exakt zu analysieren und dann zu beschreiben. Was folgt ist so wie hier bei Sascha, dass ich wild durch die Weinwelt rudere.
    Wenn mein Schatz und ich Wein trinken und ich unbedingt sorten- und gebietstypische Eigenschaften
    zu besten gebe schenkt sie mir oft ein liebes Lächeln und sagt: ja mir schmeckt der Wein auch sehr gut oder auch nicht. Meistens sagt sie: bitte schenk noch mal ein.
    Schenkt ein und genießt .

    Bitte macht weiter so!

    1. Ja, das ist schon spaßig, wenn man später hört, wie jemand einen lupenreinen Riesling beschreibt, aber den Sack nicht zu macht. Die andere Variante, das Totalversagen, ist aber genau so spaßig. Ich verspüre allerdings keinen Druck, sonst hätte ich das Format nicht erdacht. Mir ist in der Hinsicht nichts peinlich, siehe die heutige Ausgabe 😉

  2. Mal wieder sehr interessant, vielen Dank dafür. Tolle Infos über den Riesling, den ich mir selbstverständlich auch schon zum probieren bestellt habe. Leider viel zu wenig Infos über de Wein von Lukas Hammelmann, dabei gibt es doch speziell über ihn so viel berichtenswertes. Genau da hätte mich eine intensivere Besprechung des Weines und des Winzers begeistert. Habe ihn selbst auf der Prowein kennengelernt….

    1. Danke für die Rückmeldung. Ist ein ganz sensibles Thema. Also wir freuen uns über Interaktion mit unseren Hörern, machen viel mit, sind aber auch ein bisschen vorsichtig. Ein Hörer (Dirk, hier in den Kommentaren vertreten) schickt einen Wein, den er für passend hält. Dirk ist aber auch ein mindestens sehr guter Bekannter des Winzers (er gehört zur Lesemannaschaft des Weines, und zwar nicht, weil er mit Trauben pflücken seinen Lebensunterhalt bestreitet). Für den ‘Durchschnittshörer’ ist das fast das gleiche, als würde der Winzer seinen Wein schicken. Anders als bei einem Blogbeitrag, wo ich den Wein verkosten und dann entscheiden kann, ihn einfach zu ignorieren, geht das hier ins schwarze Glas und direkt auf Sendung (wir könnten auch hinterher entscheiden, das nicht zu veröffentlichen, aber wir haben auch noch ein bisschen was anderes zu tun). Wenn wir dann auch noch gleich ein Winzerportrait dran hängen, recherchiert bevor wir überhaupt wissen, ob wir den Wein mögen werden, dann bewegen wir uns auf dem sehr schmalen Grad zwischen Community-Spirit und Naivität, wenn Du verstehst, was ich meine. Ist ein Quell riesiger Missverständnisse, einfach mit viel Wohlwollen interpretieren, dann weißt Du, wie das gemeint ist.

  3. Danke für den Gruß – war mir eine Freude! So wahrt Ihr das Gleichgewicht zwischen den großen Namen (und Preisschildern) und den Weinen, die auch für normale Weintrinker erhältlich und erschwinglich sind. Ich fände es gut, wenn Ihr mehr kleine Erzeuger im Glas hättet – gerade aus der Pfalz kenne ich die Entwicklung der letzten 10 oder 15 Jahre, in denen die junge Generation gut ausgebildet mit neuen Ideen tolle Impulse in Sachen Qualität setzt. Stellvertretend sei das Weingut Erhart in Eschbach genannt, dass Du im Blog mal vorgestellt hast. Seht Euch doch mehr als Trüffelschweine im Eichenwald der deutschen Weinerzeugung!

    1. Also, das wäre mir erstens zu viel Überschneidung mit dem Blog, zweitens würden wir komplett an unseren Kellern vorbei trinken und dann finde ich auch, dass andere das viel besser können. Ich bleib lieber bei dem Gemischtwarenladen, der sich zum einen aus Anekdoten und beruflichen Begegnungen speist und zum anderen aus Saschas Keller. Wir haben auch tatsächlich etliche Hörer, die sich für kleine Erzeuger gar nicht interessieren.

  4. Bei Golf und Wein gibt es in der Tat viele Parallelen.

    Bei mir ist es insbesondere so, dass ich mir immer erhoffe, durch neues Material bessere Ergebnisse zu erzielen – um dann frustriert feststellen zu müssen, dass das Problem eher der Anwender als das Material ist.

    Ein neues Weinglas bedeutet nicht automatisch, dass die Weine besser schmecken, der neue gehypte Winzer macht nicht unbedingt bessere Weine als der Stammwinzer, der neue Schläger im Bag bringt nicht automatisch mehr Konstanz…

    1. Ich finde, dass kann man nicht so ganz vergleichen. Neues Material ändert wie zurecht festgestellt nicht zwingend was an den Defiziten des Spielers. Man weiß hinterher lediglich, dass es am Material nicht lag, weil die Punkte sind nunmal zählbar und man sieht hinterher eindeutig, dass sich nichts geändert hat. Bei Weingläsern ist aber auch viel Emotion mit drin. Wenn ich ein Glas in der Hand habe, dass ich mag, beeinflusst das vielleicht unterbewusst auch meinen Eindruck vom Wein und das lässt sich nicht so einwandfrei feststellen wie die Frage ob der Ball nun im Loch ist oder nicht.

  5. Hm, vielleicht sollte man gerade den 100 oder auch eben 101-Punkte-Wein suchen, der Weg dorthin ist gewiss eine unterhaltsame Reise voll von Genüssen und am Ende wird es wohl kaum einer bereuen, wenn er das Ziel nicht erreicht hat…

    Ansonsten bin ich gerade doch etwas platt, nicht gewusst zu haben, dass das Bistum Limburg (wobei bei Katholiken eigentlich nicht so überraschend) ein Weingut besitzt. Limburg ist von mir gerade einmal 35km entfernt und den Skandal um den Limburger Renaissance-Bischof habe ich fast aus erster Hand mitbekommen, denn die Mutter eines sehr engen Freundes von mir hat bei ihm geputzt (ja, auch die 15.000-Euro-Badewanne). Dennoch ist der Wein bisher komplett an mir vorbei gegangen, eine Lücke die ich wie es scheint unbedingt schließen muss.

    Dein Problem vom Golf, dass man gerade dann versemmelt wenn es richtig gut läuft kenne ich übrigens vom darten. Immer dann wenn es besonders gut läuft und der Moment kommt, an dem man sich so richtig bewusst wird, dass es gut läuft versemmelt mal es meist, weil man anfängt nachzugrübeln. In meinem Fall immer dann wenn die ersten beiden Pfeile bereits in der Triple-20 versenkt sind und man nur noch den Dritten zur 180 braucht der dann leider oft nicht nur ein wenig daneben geht. (Sieht man ja auch beim Biathlon, wenn die den letzten Schuss daneben setzen.)

    Ansonsten wie immer unterhaltsam und schön, dass Ihr nun auch mal einen Rosé hattet.

      1. Grundsätzlich wundert es mich ja auch nicht, man kann sowas ja auch an einigen Lagennamen erahnen, war mir von Limburg allerdings unbekannt, wenn dann hätte ich sowas auch eher an der Lahn vermutet, statt im Rheingau und es war für mich einfach überraschend als fast Ortsansässiger davon nichts mitbekommen zu haben. Das mit dem Roten Kreuz ist aber in der Tat erstaunlicher.

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