Wann ist ein GG ein GG? (2)

Der erste Teil meines Kommentars zur aktuellen Entwicklung des Grossen Gewächses nach VDP-Statut litt unter einem Mangel an Meinung. Das ist beim zweiten Teil nicht der Fall: Als ich dieses Jahr aus Wiesbaden abreiste, hatte ich ein leichtes Grummeln im Bauch. Das lag nicht an der Qualität der gezeigten Weine, eher an Bezeichnungen und Präsentationsform. Das GG läuft wie geschmiert, aber mittlerweile zu oft in die falsche Richtung.

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Wein-Ioga

Mein Weinleben kann ich in Dimensionen einteilen. Über die Webweinschule habe ich viel Kontakt mit Einsteigern. Bei Live-Veranstaltungen (zuletzt eher Videokonferenzen) unter anderem für Unternehmen treffe ich auch auf zum Wein gezwungene Biertrinker. Kernzielgruppe des Blogs sind Weinfreaks. Nur mit einer Zielgruppe komme ich mittlerweile eher selten in Kontakt: den Interessierten ohne große Ambitionen, die man hübsch als Ioga (oder Mehrzahl Iogas) abkürzen kann.

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Winzer als Verkäufer

Alle paar Jahre versuche ich mir ein Bild des Deutschen Weinmarkts zu machen. Dabei stelle ich immer wieder fest: kein anderer mir bekannter Markt ist so diffus, was Zahlen angeht. Seriöse Quellen wie GfK, Nielsen, Statista, das statistische Bundesamt und die Weinbau- sowie Einzelhandels- und Gastronomieverbände legen Zahlen vor, die sich in einer Spannweite von mehr als 100 Prozent bewegen. Die Interpretationen gehen ähnlich weit auseinander: da ist Wein wahlweise ein boomendes Trendgetränk oder der Hauptverlierer des demographischen Wandels.

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Manna für die Massen – „Weinpropaganda im Dritten Reich“

Christof Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, hat es geschafft, eine Dissertation zu verfassen, die sich auch dem Laien so erschließt, dass sie mittlerweile in zweiter Auflage auf dem Buchmarkt ist. Grund genug, unseren Bücherwurm Wolf Albin auf eine verspätete Rezension anzusetzen.

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Terroir am Boden

Es ist das zentrale Thema ambitionierter Weinmacher und -trinker: der schmeckbare Einfluss des Bodens als zentraler Bestandteil des ‚Terroirs’. Wie schmeckt Lösslehmboden? Was ist kreidiger Geschmack? Je länger ich dem nachspüre, desto schwerer fällt mir der Glaube daran. Und es wird höchste Zeit für mich, der ‚Schieferwürze‘ etc. endgültig Lebewohl zu sagen, seitdem Prof. Birgit Terhorst den letzten Nagel in den Sargdeckel meiner archaischen Terroir-Idee geschlagen hat.

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