Schief und Schiefer

Schiefer Riesling 2007, Birkweiler Kastanienbusch, Weingut Siener, Birkweiler, Pfalz. Der Wein wächst auf einer schieferhaltigen Parzelle (auch wenn es sich vermutlich um Rotschiefer und nicht um Devon- oder Blauschiefer handelt) der berühmten Birkweiler Lage. Wer jetzt allerdings einen Wein mit Moselhafter Filigranität erwartet, wird enttäuscht. Für mich ist das, was sich dort im Glas zeigt, ein Erkenntnisgewinn: wird der Boden im Gesamtkomplex ‚Terroir‘ deutlich überschätzt und das Klima macht doch 90% eines Weintyps aus? Schief und Schiefer weiterlesen

Bassermann-Jordan, Deidesheim Hohenmorgen 2006

Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Deidesheimer Hohenmorgen, Riesling trocken, Großes Gewächs, 2006. Den Wein wollte ich mir eigentlich zum Wochenausklang gönnen. Habe ihn dann aber nach einer Stunde wieder weggestellt und beschlossen, ihm weitere Chancen zu geben. Die Verkostungsnotiz daher als Etappenrennen.

Freitag: Eine Stunde belüftet präsentiert sich der Wein in der Nase zurückhaltend mit etwas Pfirsich, Erdbeere und einer Spur Marzipan. Riecht angenehm auch wenn eine minimale Spur Firne den Jahrgang ankündigt. Am Gaumen sehr straff und kompakt: wenig Frucht, Karamell, leichte Hitzenote wie man sie manchmal in Überseerieslingen findet. Schmeckt trocken und bindet den Alkohol (13%) gut ein. Im Abgang schlägt dann allerdings ein gnadenloser Bitterton zu und macht alles kaputt. Fängt an wie 90 Punkte und endet bei gut 80. Jetzt erst mal wegstellen und später noch mal probieren.

Samstag: Viel besser!!! In der Nase ist der Hohenmorgen immer noch recht leise, jetzt aber etwas blumig-süßlich und immer wieder ein Hauch Marzipan. Am Gaumen wieder straff, kompakt jetzt aber auch enorm druckvoll, saftig und etwas sauberer. Trotzdem hat er etwas Würziges und kann den Jahrgang nicht verleugnen. Im langen Abgang jetzt nur noch mineralisch ohne bitter zu sein, dafür meldet sich der Alkohol zu Wort. Punktemäßig kratzt er an den 90.

Sonntag: Gleiches Bild wie Samstag, ein toller Wein. Allerdings messe ich ihn halb unterbewusst mit seinem 2007er Pendant, den ich vor drei Wochen trinken durfte. Und da das Bessere bekanntlich der Feind des Guten ist, mag ich den 2006er nicht über die 90 Punkte hieven. Der jüngere Bruder präsentiert sich klar, frisch und so vibrierend, da ist der 2006er einfach ein grummeliger Vertreter der eher herben Art.

Fazit: Ein Wein mit viel Power und Mineralik aus der Kategorie Dickschiff mit langem Nachhall, der aber nicht mit Typizität punktet, sondern eher mit Macht und Fülle. Zu trinken jetzt (mit ein paar Stunden Luft) oder doch lieber in ein paar Jahren. Ein straffer Paraderiesling wird er aber nie werden. 89 bis 90 Punkte.

Sommer anknipse(r)n

Ich glaube, es war Udo Lindenberg, der den Satz prägte: “Morgens ist nach dem Aufstehen.” Ich nehme an, er wollte damit nicht behaupten, die Tageszeiten müssten seinem Rhythmus folgen. Vielmehr hat er treffend ausgeführt, dass es unabhängig von der Uhrzeit einen gefühlten Morgen gibt. Für mich könnte ich analog anmerken: „Sommer ist nach dem Knipser (Sauvignon Blanc)“. Sommer anknipse(r)n weiterlesen

Links / Kuhn, Sauvignon Blanc

Gestern war einfach: Schreiben mit der Gewissheit, dass mich niemand lesen wird, ist nicht schwer. Also will ich heute mal einen ersten Schritt unternehmen, mich mit der Welt da draußen zu vernetzen. Da mir WordPress anzeigt, wer auf mich verlinkt, verlinke ich jetzt mal auf andere, denn wenn die dann wiederum von ihrer Blogplattform erfahren, daß ich auf sie verlinke – naja, und so weiter halt. Links / Kuhn, Sauvignon Blanc weiterlesen