Wir trinken deutschen Wein aus warmen Jahren und sprechen über die Zukunft des (deutschen) Weinbaus im gewandelten Klima.
Es klingt so harmlos: die globale Durchschnittstemperatur wird ein bisschen steigen. Doch schaut man sich an, wie sich dieser Durchschnitt zusammensetzt, dann kommt man aus dem Staunen kaum raus. Über Land mehr als über Wasser, weiter vom Äquator weg stärker als nahe dran, zunächst im Winter mehr als im Sommer und nachts mehr als am Tag und in bestimmten Regionen mehr als in anderen. Am Ende trifft es einige deutsche Anbaugebiete ziemlich heftig. An Riesling wird dort in 50 Jahren wohl niemand mehr denken.
Flo hat einen Wein vom Weingut Schäffer aus Franken im Gepäck. 2015 ‚S7lvaner‘, Escherndorfer Fürstenberg Silvaner Erste Lage trocken ist ein 7 Jahre im Fass ausgebauter Wein, ein rauer Geselle, der sich aber komplex und interessant präsentiert und vermutlich noch ein bisschen Reife und dann noch Luft und große Gläser verträgt. Im schwarzen Glas baut er derzeit allerdings ein paar Hürden auf. Felix hatte zufälligerweise eine Woche vorher die aktuellste Variante aus 2018 getrunken und kann dem Konzept viel abgewinnen.
Flo darf endlich mal wieder Riesling trinken. Aus Gründen hatte Felix das ganz dringende Bedürfnis, einen Riesling trocken aus der Lage Römerstich von Markus Hees (Nahe) zu servieren. Der 2018er war griffbereit und passt obendrein zum Thema Hitze. Sie ist an diesem Wein fast spurlos vorbei gegangen. Flo zeigt sich angetan und hält den Wein in der Blindprobe für erheblich jünger als er ist. Das darf man als Kompliment verstehen.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
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Hallo Herr Bodmann und Freunde,
vielen Dank für den definitiv besten deutschen Weinpodcast, den ich mittlerweile wahrscheinlich schon etwa zweimal komplett gehört habe. Ihre souveräne, journalistische Herangehensweise spricht mich genauso an wie Ihre Impulsivität und Ihr großes Wissen. Für mich als Weinhändler ist das sehr spannend und unterhaltsam gleichermaßen.
In der aktuellen Folge erwähnen Sie, das die Zusammenhänge der Petrolnoten-Bildung (TDN) bei Riesling noch nicht geklärt seien. Das ist nicht ganz richtig. Es gibt mehrere Diplomarbeiten und Dissertationen, die alle zu dem gleichen Schluss kommen, nämlich dass das durch Sonnenbrand gebildete Melatonin in den Beeren die chemische Basis für TDN ist. Falls Sie mögen, lesen Sie gerne hier einmal rein:
https://kluedo.ub.rptu.de/frontdoor/deliver/index/docId/6136/file/Dissertation_Ziegler_201110.pdf
Ich freue mich auf hoffentlich noch viele weitere spannende Folgen und verbleibe als Ihr Fanboy
LG auch an Sascha und Flo
Sascha von Karger
Hallo Sascha, Danke für die freundlichen Worte und den Link. Ich habe mich sehr salopp ausgedrückt. Dass TDN für den Petrolton zuständig ist und dass es nicht direkt entsteht, ist bekannt. Aber es gibt zum Beispiel keine Antwort auf die Frage, warum es immer erst in der Flasche entsteht, obwohl die Vorraussetzungen (wie Du zurecht bemerkst, gibt es da etliche Ergebnisse) im Weinberg geschaffen werden. Ich bezog mich auf die Vorträge der Profs Schulz und Harbertson beim Internationalen Riesling Symposium 2022, über die ich hier berichtet habe: https://www.schnutentunker.de/internationales-riesling-symposium-2022-1/ Ich nehme an, die kannten die von Dir verlinkte Arbeit, zudem saß der Doktorvater von Michael Ziegler im Publikum und hätte sicher angemerkt, wenn die Aussage man habe nicht mal mehr einen Forschungsansatz zum Thema durch Zieglers Doktorarbeit ungültig geworden wäre. Meine Chemiekenntnisse reichen nicht annähernd aus, um Doktorarbeiten zu verstehen. Also habe ich nur Kapitel 4.7 durchgelesen (Vermeidungsstrategien) und das ist eigentlich eine Auflistung anderer Studien und Quellen (die meist ergebnislos geblieben sind) und ganz viele Hinweise, wo man vielleicht künftig mal forschen und Lösungen finden könnte, also keine eigene Forschung, keine neuen Ergebnisse, keine echte Minimierungsstrategie, sondern nur Literaturarbeit. Dafür finde ich den Titel ein bisschen vollmundig. Das ist aber der Publizist in mir und keine wissenschaftliche Kritik. cheers. Felix
Gibt es denn eine Blindfluggruppe in Dresden oder gibt es Interessenten eine zu gründen?
Gern unter veit.zimmermann@gmail.com melden.
Marvin, Tobias und Anton haben sich unter Folge 98 darüber ausgetauscht.
@Alle: es gibt einen Überblick hier: https://www.schnutentunker.de/weinrunde-gesucht/
Bitte nutzt den. Das erhöht Eure Chancen.
Guten Tag,
wie komme ich denn an die Kontaktdaten der Blindfluggruppe aus Münster?
Ich bin selber von dort und die könnten eventuell noch Verstärkung brauchen.
Gruß Georg Bittner
Kannst Du nicht Deinen Insta-Namen hier hinterlassen?
Hallo Georg,
schreib mir gerne unter jens.taken@gmail.com
Viele Grüße
Jens