Ein ausführlicher Reisebericht und Grundsätzliches zum Thema Wein und Speisen – ergibt wieder etwas Überlänge, aber die Zeit nutzen wir, um uns gründlich an extrem leckeren Weinen zu laben.
Und vorab wichtig wichtig wichtig: Das Verkostungspaket für unsere spektakuläre gemeinsame Verkostung am 3. Dezember könnt Ihr hier erwerben. Wir freuen uns auf einen großartigen gemeinsamen Weinbash.
Felix war an der Loire und muss ein bisschen schwärmen. Denn die Loire hat einen ähnlich hohen Nerdfaktor wie die Pfalz oder Baden: viele Terroirs, viele Kleinklimata, reichlich Rebsorten und in der Breite ein extrem gutes Preis-Genuss-Verhältnis (weil die französischen Namen in der Tonspur so schwer zu fassen sind hier der Hinweis, unten in der Zusammenfassung findet Ihr sie ausgeschrieben). Flo hat sich derweil mal strukturiert mit dem Thema Wein und Speisen beschäftigt und nebenbei die KI befragt.
Sozial und genial = Paradis!

Die Vignobles du Paradis sind ein Inklusionsweingut. Im Keller steht ein Spitzenmann und so entstehen dort Spitzenweine zum kleinen Preis mit gutem Zweck. Flos ist genau so glücklich wie Felix mit dem 21er Chinon ‚Clos Lysardiére‘, einem Chenin Blanc mit feinstem Holz und großartigem Schmelz. Der ist ein grandioser Essensbegleiter, doch man kann ihn auch hemmungslos solo naschen.
Gimmeldinger Biengarten als Pinot
Flo hat Pfälzer Pinot im Gepäck. Der 23er Gimmeldinger Biengarten Spätburgunder vom Weingut Estelmann fasziniert mit extrem lebendigen Frucht-Säure-Spiel und wird ebenfalls gerne nachgeschenkt. Das ist mit gerade mal 20 Euro auch ein Fall für die PGV-Watchlist!
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
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Blindflug – Folge 193: Unterwegs an der Loire
Zusammenfassung (Felix & Flo). Weine: Vignobles du Paradis „Clos Lysardière“ Chinon blanc 2021 (14,80 €) und Estelmann Gimmeldinger Bienengarten Spätburgunder 2023 (20 €). Zeitangaben sind ungefähre Startpunkte.
Begrüßung & Wein 1 wird eingeschenkt (00:00 – 02:09)
Diesmal ist Flo an der Loire zu Gast. Kalter Einstieg mit dem Loire-Frühstück („an der Loire lebt zufällig der mehrfache Weltmeister im Marmeladenkochen“). Flo ist nach einer Erkrankung wieder genesen, hat aber das Champagner-Pop-up verpasst, auf das er sich gefreut hatte. Felix erinnert an die VIPino-Live-Verkostung am 3. Dezember (Paket noch erhältlich). Wein 1 wird blind eingeschenkt: ein weißer Chinon 2021 von einem Sozial-/Inklusionsprojekt – „wieso, weshalb, warum“ erklärt Felix später.
Exkurs „Was ist ein Anbaugebiet?“ (02:09 – 07:49)
Felix entfaltet eine humorvolle Typologie der Weintrinker-Kenntnis: Die Hälfte wisse gar nicht, was ein Anbaugebiet ist (manche hielten „Baden“ für ein Absender-Logo à la Mineralwasser); weitere Stufen verwechselten Region und Appellation. Wirklich präzise wüssten es nur die paar Hundert Menschen weltweit, die sich auf die Master-Sommelier-Prüfung vorbereiten – ganz genau wisse es niemand, zumal vieles gar nicht sauber gesetzlich definiert sei. Die Loire sei streng genommen zwei Regionen: der untere Bereich (Nantais/Touraine, über Interloire organisiert) und – nach einer reblosen Lücke – der zentrale Bereich um Sancerre und Pouilly-Fumé mit eigenem Verband. Kriterien für die „Güte“ eines Gebiets: die Spitzenqualität (Welt-Kanon?), die Verlässlichkeit nach unten (ein Chianti sei immer mindestens trinkbar, Apulien eher nicht), die Durchdringbarkeit (das „Portugal-Problem“: scheinbar knackiger Touriga Nacional, der am Ende nach Merlot schmeckt) – und, nur für Nerds, „Wie intensiv kann ich abnerden?“. In Ribera del Duero oder Priorat gehe das kaum (überall derselbe Boden), in Deutschland und an der Loire enorm, weil die Loire geologisch extrem vielfältig ist: Ausläufer des Pariser Beckens mit echter Kreide, die bretonische Platte mit Schiefer, jüngere Sedimente vom Atlantik, ein vulkanischer Einschub aus dem Süden und darüber eiszeitlicher Feuerstein.
Loire als Reiseregion & Landschaft (07:49 – 16:02)
Felix wirbt offen für die Loire als Reiseziel, warnt aber: Landschaftlich sei vieles langweilig (nach dem Elsass „tausend Kilometer norddeutsche Tiefebene“ mit Mais- und Sonnenblumenfeldern), das Flusstal nicht so pittoresk wie Mosel oder Mittelrhein. Dafür entschädigten die Kalkstein-Schlösser (aus lokalem Tuffeau) und die Troglodyten-Höhlen: Häuser mit nur einer Fassade, deren Räume in den Fels gehen, dazu Troglodyten-Hotels mit ganzjährig 14–16 °C (ein Produzent hat fünf Kilometer Stollen). Der Fluss führt im Sommer kaum Wasser, fließt aber reißend, entwässert ein Viertel Frankreichs und wird nach Regen rasch zu einem der gefährlichsten Flüsse überhaupt – Baden ist großflächig verboten. Start der Tour in Tours, dann flussabwärts.
Winzerbesuche, Villandry & das Klosterhotel (16:02 – 21:42)
Praktischer Reisetipp: Die Winzer kommen meist zu dir, und das Preis-Leistungs-Verhältnis der Gastronomie sei hervorragend (Drei-Gang-Menü für 39 €). Besichtigt wurde das Château de Villandry mit seinen Renaissancegärten (von einem Pharmaforscher-Ehepaar in den 1930ern aus alten Zeichnungen rekonstruiert). Übernachtet wurde in L’Ermitage auf dem Gelände der Abtei Fontevraud, einer der größten Klosteranlagen Europas (gegründet 1101): Das Männerkloster fiel der Revolution zum Opfer, die drei Frauenklöster blieben; Napoleon machte bis 1965 ein Gefängnis daraus, was die Bausubstanz gut erhielt. Grablege der Plantagenets, u. a. Richard Löwenherz und Eleonore von Aquitanien; englische Royals besuchen die Anlage regelmäßig.
Die Loire als Weinregion (21:42 – 23:57)
Kernthese: Weil nur sechs, sieben Loire-Erzeuger zur internationalen Spitzenklasse zählen (etwa Nicolas Joly in Savennières) und viele Appellationen „von dem bedient“ werden, seien die Weine häufig schlicht zu günstig – was viele Trinker paradoxerweise davon abhält, sich intensiver damit zu beschäftigen. Vouvray demi-sec etwa halte 100 Jahre; es gebe viele tolle Natural-Geschichten, aber das sei stark erzeugergetrieben.
Besuch 1 – Domaine des Bessons (Touraine-Amboise) (23:57 – 26:15)
Die Appellation Touraine-Amboise löst sich gerade von Touraine ab (16 Erzeuger, ~90 Hektar) und wird noch weiter unterteilt. Bei Domaine des Bessons (Cangey) wurden Weine mehrerer Winzer gezeigt; einer war „um Längen besser als alles andere“ – von Domaine Bonnigal-Bodet, dessen deutscher Distributor Sebastian ist und der schon im Interloire-Verkostungspaket der Webschule steckte. Daraus Felix‘ These: Zu oft werde vergessen, dass es Regionen gibt, in denen der Spaß schon bei 14 € losgeht – und dass ein Wein über 20 € oft gar nicht mehr so viel mehr biete.
Côt, Caves Ambacia & eine Bibliothek bis 1879 (26:15 – 29:09)
Hier ist der Chenin knochentrocken; eine neue, reinsortige Côt/Malbec-Appellation entsteht (mit wurzelechten Reben, während man den Malbec im Süden aus Argentinien zurückholen musste). Besuch bei Caves Ambacia (Amboise) in einer Troglodyten-Höhle: kein klassisches Weingut, sondern ein 2017 gegründetes Projekt mit neun Vertragswinzern, die ganze Plots exklusiv liefern; die Weine reifen und füllen vor Ort. Spannend: Die Vorbesitzer verkaufen eine riesige alte Bibliothek, deren Weine bis 1879 zurückreichen und frisch aufgefüllt werden – darunter ein 1951er demi-sec (74 Jahre) für rund 6.900 €.
Chenin demi-sec & Domaine Champalou (29:09 – 31:03)
Chenin demi-sec sei stark unterschätzt (bis acht Gramm Restzucker darf „trocken“ draufstehen, darüber wird demi-sec Pflicht). Felix‘ steile These: „Chenin ist die vielseitigste Rebsorte, nicht Riesling“ – Stahl und Holz, mit und ohne Zucker, trocken bis edelsüß, nur nie süß ins Holz (sonst Essigattacke). Besuch bei Domaine Champalou in Vouvray, einem frauengeführten und dadurch etwas bekannteren Betrieb (Céline Champalou).
Weinberg-Lektion, Pedro Parra & Burgund-Warnung (31:03 – 39:49)
Im Vouvray-Weinberg lernt Felix „in fünf Minuten mehr als in den meisten der letzten tausend Tage“: Man sitzt auf einer riesigen Kalksteinplatte, die „wie Kopfsteinpflaster“ aussieht; entscheidend ist die stark variierende Dicke der Lehmschicht (30 cm bis über zwei Meter) und Einsprengsel von Feuerstein/Silex. Der höchste Weinberg liegt nur 48 m ü. NN; Höhe und Exposition sind hier fast irrelevant, wichtiger prähistorische Flussläufe. Die niedrige Erziehung dient dazu, nachts viel abzustrahlen und die Säure des Chenin zu halten, während die hohe Laubwand die Reflexion des hellen Lehmbodens abpuffert. Zur Bodenberatung: die Bourguignons und, als „Flying Mensch“, Pedro Parra (nach eigenen Angaben 25.000 gegrabene Löcher). Parra habe über den Burgund-Jahrgang drastisch abgeledert: nicht nur 15 Vol.-%, sondern steckengebliebene Gärungen mangels Stickstoff, Trockenstress, in den Grands Crus „nur noch jeder zweite Stock im Ertrag“. Der Lesebeginn rückt immer weiter vor (beim Rotwein sechs Wochen früher als vor wenigen Jahren). Die Weine überzeugen (5–19 g Restzucker, alles ökologisch); einen echten Süßwein gibt es nur etwa alle zehn Jahre (hier ein 2003er).
Domaine Louis de Grenelle & Schaumwein-Mythen (39:49 – 44:32)
Das Saumur-Schaumweinhaus Domaine Louis de Grenelle („der Größte der Kleinen oder der Kleinste der Großen“, 5,5 Mio Flaschen im Keller) wird vom Kellermeister Guillaume Poitevin geführt, der bekennend „nach Farben“ kuratiert. Mythen-Aufklärung: Die Perlengröße hängt vor allem von der Steighöhe im Glas und von Proteinen ab, die bei der Autolyse entstehen (bessere Oberflächenspannung = feineres, länger anhaltendes Mousseux) – nicht automatisch von langem Hefelager; Proteine dürfen legal zugesetzt werden, sogar in der Dosage. Außerdem: Bei der Pressung werden die ersten rund 200–250 Liter weggeschüttet (Schmutz/Schadstoffe, an die die Kohlensäure andocken würde); erst danach kommt der saubere Stoff. Felix gibt zu, dass er das nicht wusste.
Domaine Cognard (Saint-Nicolas-de-Bourgueil) (44:32 – 46:40)
Zunächst eine Portugal-Anekdote (ein Erzeuger mit 1,5 Mio Flaschen, Qualität von 12,50 € bis 35 €, inspiriert von Cheval Blanc statt von Billigmarken). Dann Domaine Cognard (Estelle Cognard) in Saint-Nicolas-de-Bourgueil: ein Betrieb nur mit Cabernet Franc (plus einem Blanc de Noirs, der als Vin de France deklassiert werden muss). Cabernet Franc sei unreif „die schlimmste Rebsorte“ – grün, bitter, 11 % –, deshalb wird extrem langsam gepresst; beim Blanc de Noirs braucht man dagegen eine Mindestgeschwindigkeit, sonst gerät zu viel Tannin hinein.
Cabernet Franc, Domaine de la Paleine & Château Soucherie (46:40 – 52:59)
Felix erinnert an einen Bordeaux 1996 als einen der schönsten Weine, die er je getrunken hat, und erklärt sein distanziertes Verhältnis zu jungem Cabernet Franc („so schnell grün und harsch“), der heute aber von vielen gut gemacht werde. Bei Domaine de la Paleine (Saumur Puy-Notre-Dame) empfängt ein begeisterter älterer Herr mit Petrochemie-Vergangenheit, der heute biodynamisch arbeitet; seine Weine seien hervorragend – eine Cuvée für 13 €, ein Single Vineyard um 20 €, viel Stahl, wenig Holz. In Savennières wird alles teurer: Château Soucherie (Olivier Richaud), breit aufgestellt und mit Premier Cru. Als der Savennières eingeschenkt wird, „geht die Sonne auf“ – ein privilegiertes Terroir mit eingemauertem Monopol-Clos mitten im Dorf (Blanc 27 €, Savennières 38 €). Dazu eine Nachhaltigkeits-Anekdote: Eine Analyse ergab, dass das vielbeworbene Solarpanel auf dem Dach erst auf Platz 11 der wirksamsten Maßnahmen liegt.
Verkostung Wein 1 & Auflösung (52:59 – 59:26)
Flo verortet den Wein über viel Quitte, mürben Apfel und eine würzige Kardamom-/Apfeltaschen-Note sofort bei Chenin; Schmelz vom Holz (ohne Toasting), schmeichelnd im Mund, wenig dominante Säure – Tipp Frankreich, ~2021. Auflösung: ein Chenin aus Chinon 2021 von Vignobles du Paradis, Cuvée Clos Lysardière für 14,80 € (das „vierzehn hundert achtzig“ war der Preis). Das Weingut ist ein Inklusionsbetrieb: Der Träger kaufte vor rund 27 Jahren 0,9 Hektar, heute sind es ~27–30 Hektar Chinon; Menschen mit Einschränkungen werden in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Felix erzählt, wie er erst „die Hippies“ erwartete (orange Warnwesten, sportlicher Trecker), dann begriff, dass hier mit großem Herzen, blitzgescheitem Verstand und einem Kellermeister aus dem Burgund auf höchstem Niveau gearbeitet wird; die 27 Hektar werden in drei Monaten komplett von Hand geschnitten. In Deutschland nicht erhältlich.
Wein 2 wird eingeschenkt (59:26)
Flo schenkt Felix einen Pfälzer Pinot ein: Gimmeldinger Bienengarten vom Weingut Estelmann, Jahrgang 2023.
Flos Schwerpunkt: Weinbegleitung (59:26 – 01:16:08)
Flo hat sich eigens mit Isa beraten, Sommelière/Restaurantleiterin des Berliner Ein-Sterners Bricole. Seine Leitfragen fürs Pairing zu Hause: Wer kommt zu Besuch (weinaffine „Nerds“, mit denen man experimentieren kann, vs. „Yoga“-Gäste – „interessiert ohne größere Ambitionen“)? Was ist der eigentliche Haupt-Geschmacksträger des Gerichts (oft nicht die Soße, sondern z. B. eine Aubergine)? Und: vorher ausprobieren. Als schwierige Partner nennt er Säure/Essig (Sauerbraten → eher Bier), Tomaten, Artischocke, Spargel und Schokolade (Cynarin lässt viele Weine metallisch schmecken), stark Bitteres, Fermentiertes wie Kimchi und die Kombination aus Süße und Röstaromen. Felix hält dagegen mit Sauerkraut und knackigem Riesling. Dazu eine Lästerei über unterirdische Pairing-Tools in Weinpublikationen („zu Räucheraal einfach Rotwein“).
Das Pairing-Spiel: drei vegane BBQ-Gerichte (01:16:08 – 01:29:16)
Flo lässt drei Gerichte seines Kumpels Philipp (veganes-BBQ-Pop-up RebelQ) von vier „Jurys“ begleiten – von ihm selbst, Philipp, Isa und „Claude, der KI“. Gang 1 (Rote Bete/Karotte, Senf-BBQ-Sauce, Polenta, Coleslaw): Felix → Chenin/Loire (Senf plus Rotwein sei „Höchststrafe“), Flo deckungsgleich, Philipp → Grauburgunder von Ziereisen (für Felix zu wenig Säure), die KI → Grüner Veltliner. Gang 2 (geräucherte Aubergine, Dirty Rice, Smoked Nuts): Felix → Langhe Nebbiolo von Fratelli Borgogno (deren Barolo Albarella war schon im Podcast) – fettes Tannin gegen die Bitterstoffe; Isa → Langhe Nebbiolo oder Lemberger von Dautel; Flo → Richtung Saint Cosme/Grenache; Philipp → Amon Ra Shiraz; die KI → Zinfandel bzw. Garnacha. Gang 3 (Kichererbsen-„Käsekuchen“-Riegel, geflammte Zitronencreme, Nuts): Felix kontrastiert statt zu konkurrieren – Condrieu „Jardin Suspendu“ von Pierre-Jean Villa 2020; Flo → Champagner Dhondt-Grellet, alternativ Madeira oder weißer Port (Alkohol gegen die Zitronensäure); die KI → Riesling Spätlese oder Moscato (für beide zu süß). Fazit: ausprobieren und mutig sein, notfalls „gegen den Wein kochen“. Als Beleg nennt Flo einen halbtrockenen Viognier von Omina Romana zu Isas essigbetontem Kalbsbries. Mikro-Disclaimer (01:29:16): Flos Mikro war ausgefallen und lief zeitweise dumpf über Felix‘ Mikro.
Verkostung Wein 2 & Auflösung (01:33:48 – Ende)
Felix moniert, dass der Rotwein etwas zu warm ins Glas kam, lobt aber ein herausragendes Fruchtsäurespiel, eine feine Zigarrenkisten-Holznote („Laubsägearbeit im Schülerkeller“), eine verhaltene, nicht belegte Frucht und ein sehr weiches, zurückhaltendes Tannin, das den Wein abstoppt, ohne auszutrocknen. Mittelgewichtig, Reife ~2019–2022, eher südlich/üppiger – „nicht Deutschland“ –, nicht die ganz fokussierten Sorten wie Pinot oder Blaufränkisch. Auflösung: Weingut Estelmann, Gimmeldingen (Pfalz), Bienengarten Spätburgunder 2023, 20 € – ein Wein, der gestern noch sperrig wirkte und zwei bis drei Stunden Luft brauchte; der mitgeschickte Riesling (Bienengarten bzw. Ölberg) ebenfalls empfehlenswert. Zum Schluss Felix‘ Spitze über das sehr eigenwillige Etikett.

