Huff Riesling Monteti Maremma

Blindflug 189: Die Rache des Kritikers (2)

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Felix
fängt an mit roter Toskana
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Sascha
übernimmt mit rotem Hang ab Minute 42

Erfolgreiche Geschichten schreien nach einer Fortsetzung. Das gilt für das Champagner-Pop-up wie für die beliebteste Publikumsbeschimpfung in unserer Podcastgeschichte.

Heute gibt es eine Tonne Links vorweg. Zum ersten sind da natürlich die Siegerpakete des Berliner Chardonnay Awards, die ihr hier über den Planeten beziehen könnt.

Dann haben wir die Eintrittskarten für das Champagner-Pop-up und viele spannende Wein-Events von Sascha.

Und dann freuen wir uns weiterhin über die Teilnahme an unserer Hörerbefragung.

Wettbewerbe und Listen

Felix erzählt vom Berliner Chardonnay Award, was für Leser des Blogs natürlich ein bisschen wie die Zeitung von gestern klingt. Deswegen vermengt er das Thema mit einem anderen, dem Update zur Frage nach guten Kritikern, berechtigter Kritikerkritik und so weiter. Sascha hat einen arbeitsamen Sommer hinter sich und berichtet von Ergebnissen. Mehr Infos unten in der ausführlichen Zusammenfassung mit Timecodes.

Monteti mit viel Petit Verdot

Tenuta Monteti rosso toskana

Der ‚Große‘ 2020er der Tenuta Monteti aus der Maremma (Toskana), den Felix Sascha ins schwarze Glas einschenkt ist ein eigenständiger, eher leiser und eleganter Wein, den Sascha zunächst in Italien verortet, bevor er sich für Spanien entscheidet. Gut zur Hälfte aus Petit Verdot, mit etwas Luft übernimmt der Cabernet mehr Verantwortung und das Holz ist zu 70 Prozent gebraucht – das ergibt etwas recht Eigenes, das zu bestimmen wohl nur gelingt, wenn man es schon mal im Glas hatte. Die Freude über einen schönen Wein zum vergleichsweise kleinen Preis ist auf jeden Fall groß.

Ist Huff süß? Gar nicht!

Huff Pettenthal

Sascha hat für Felix den 2024er Riesling Pettenthal vom Weingut Huff ausgewählt. Der startet mit so verführerischer Frucht, das Felix erst denkt, es geht um einen süßen Wein. Doch mit der Zeit merkt er: das ist kein Zucker (der Wein hat auch nur 2,2 Gramm). Doch so richtig kommt er nicht hinter das Geheimnis dieses sehr schönen und vor allem vielversprechenden Weines. Egal, das Glas ist rasch leer und die Begeisterung groß.

Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.

Hier geht es zur Episodenübersicht.

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Begrüßung & Wein 1 wird eingeschenkt (00:30 – 02:37)

Rückkehr aus der Sommerpause. Nach dem Würfeln fängt Felix an und schenkt blind einen Rotwein ein: den großen Wein der Tenuta Monteti aus der Maremma, eine Bordeaux-Cuvée, Jahrgang 2020. Kurzer Aufruf zur laufenden Hörer-Umfrage: bisher 198 Antworten, er hätte gern 250; abgefragt werden u. a. Kellerbestand und Erwartungen an den Blindflug (auch Leute ohne Keller sind erwünscht), die Auswertung folgt in einer eigenen Folge.

Rahmen des Hauptthemas: „Was macht einen guten Kritiker aus?“ (03:00 – 06:36)

Felix vermengt bewusst zwei Themen: den Berliner Chardonnay Award und ein Update zur alten Folge „Die Rache des Kritikers“ (Folge 75). Die gehört zu den meistgehörten Folgen – neben „Je mehr Lametta, desto better“ (Erklärung von Burgund und Barolo, hart geskriptet mit vier Seiten Listen) war „Die Rache des Kritikers“ mit ihren Bestenlisten und der Einordnung von VDP-„Blue Chips“ ein Dauerbrenner. Anlass ist eine provokante Frage aus einer Steady-Session: Ein Mitglied lobte die von-Buhl-Kollektion und wollte wissen, ob Felix seinen damaligen „Abgesang“ auf die drei Forster/Deidesheimer Niederberger-Güter (von Winning, von Buhl, Bassermann-Jordan) zurücknehmen müsse, nachdem von Winning nun den Chardonnay Award gewonnen hat. Witzigerweise hatte Felix genau das in Folge 75 gesagt – so lässt sich beides zusammenführen. Als „Fortschritt“ formuliert er: Seine Dauer-Angst – jemand kauft alle Jahresempfehlungen und erklärt sie für schlecht – entschärft sich, weil die frühen Jahrgänge (2012, 2014) ihren Zenit überschreiten und es dort ohnehin „nur noch gute und schlechte Flaschen“ gibt.

Berliner Chardonnay Award – der Bericht (06:36 – 08:55)

Anja hat wieder Siegerpakete gepackt (Bestellung über ihren Shop, Planet Wein), diesmal zwei Varianten: nur die drei Sieger (in Kategorie 1 gibt es zwei Sieger) oder ein erweitertes Paket mit drei zusätzlichen „Großes Gold“-Weinen. Die Sieger waren diesmal vergleichsweise günstig, das Paket also erschwinglich; Felix bekommt 5 Euro pro Paket. Rahmen: hohes Niveau, in der Breite einen Hauch unter dem ersten Jahr, in der Spitze kaum unterscheidbar. Nicht alle Vorjahresteilnehmer wurden wieder eingeladen (max. 60 Weine). Pech: Ziereisen und ein Wein von May wurden vom Paketdienst „verschluckt“ und mussten einzeln nachprobiert werden. Wegen des Termins keine GGs – verschmerzbar, da die Chardonnay-GGs in Wiesbaden ohnehin nicht so überzeugten; der beste war von BCA-Sieger Blankenhorn.

Persönliche Highlights des Awards (08:55 – 12:01)

Starke Neuzugänge wie Franz Keller und Wagner-Stempel. Gewonnen hat von Winning in Kategorie 2 (die Großen). Weitere Highlights:

  • Blankenhorn (Kategorie 1): Titelverteidigung, blind erneut an die Spitze. Felix hatte in seinem Wiesbaden-Bericht geschrieben, hier entstehe „einer der besten Chardonnay-Erzeuger Deutschlands“; Solche Sätze hören Winzer gern – aber es sei auch Aufgabe eines Kritikers, sich mal weiter aus dem Fenster zu lehnen. Blankenhorn machte daraus eine Insta-Kachel und lud ihn als „Collab-Partner“ ein. Das ist eigentlich nicht okay.
  • Bischel: als Vierter etwas untergegangen, im großen Feld aber sehr stark (Vorjahressieger).
  • Kopp: in beiden Kategorien mit beiden Weinen stark, klarer eigener Stil (Felix hält sich als Juror zurück, wenn er einen Erzeuger zu erkennen glaubt). War im Podcast mit Pinot stark; der erste Chardonnay segelte zu „hart am Wind“ (sehr früher Lesezeitpunkt), inzwischen nachjustiert – „Könige des Grenzwertigen“ im positiven Sinne.
  • Philipp Kuhn: kleiner Chardonnay für 19 Euro mit steiniger Phenolik – wichtig, dass die Jury auch kantige Weine schätzt, nicht nur „Schmelz und Schmackofatz“.

Der Sieger: von Winning (12:01 – 14:26)

Sascha wollte 100 Punkte geben und hat hart dafür gekämpft; der Wein spiele stilistisch bei den ganz großen Burgundern mit. Es waren zwei Weine, die gewannen: der Haardter Herzog und der Haardter Herrenletten, mit 95 Punkten (Großes Gold). Prägend ist ein dunkelwürziges Holz – fast wie geröstete Kastanie –, ein „Wohlfühleffekt“, der nach hinten aber nicht bloß mellow und karamellig bleibt, sondern Anspruch und Lagerpotenzial zeigt. Das wird nicht jedem gefallen (rauchig, „dickes Ding“).

Bandbreite der Jury & weitere Preisträger (14:26 – 18:41)

Als Kontrast steckt im Sechserpaket ein Wein von Aldinger (Hanweiler Maien) – Feuerstein, zitrisch, kreidig, viel feiner Gerbstoff, also das komplette Gegenteil. Genau diese Bandbreite lobt Felix an der (weitgehend gleich gebliebenen) Jury: keine Vorlieben, jeder Stil wird offen aufgenommen. Kniffliger wird es beim Schlossberg von J. Neus, der in der Nase leicht reduktiv „stinkt“ – der Jury kein Problem, einzelnen Hörern vielleicht schon. Grundtenor: Alles ist „purer Gechmack“, man urteile aber sehr offen und vorurteilsfrei. In Kategorie 2 außerdem Leon Gold (lange gute Sachen, unterm Radar, weil nicht VDP – ein Burgunder-Spezialist wie Kopp) und Au Terroir (eine Hörerempfehlung). In Kategorie 1 teilten sich Blankenhorn und Höfler (Michelbacher Steinberg, Franken) Platz 1. Höfler hatte Felix in Mainz bei der Weinbörse entdeckt („mich trifft der Blitz“), er postete es auf Insta, woraufhin Leute eigens vorbeikamen; er bat um Muster, dann gewannen sie. Weiter: Knipser (Vorjahressieger, jetzt Großes Gold), noch einmal Kuhn (einfacher Kalkmergel, 19 Euro, aus dem Ortswein), Kopp und wieder Leon Gold.

Kritiker-Update I: von Winning & die Niederberger-Vision (18:41 – 22:56)

Muss Felix etwas zurücknehmen? Er rekapituliert: Die drei Güter (von Winning, ehemals Dr. Deinhard; von Buhl; Bassermann-Jordan) wurden von einem Unternehmer mit klarer Vision gekauft: Luxushotel mit Sternerestaurant in Deidesheim, Tagungshotel, und die drei Weingüter „aufbohren“. Aus von Buhl sollte der führende Sektproduzent außerhalb der Champagne werden (dafür wurde ein Kellermeister aus der Champagne geholt), aus Bassermann-Jordan ein Bürklin-Wolf-Konkurrent, aus von Winning „Deutschlands Antwort auf Montrachet“. Bilanz: Der gastronomische Teil ging voll auf – der Ketschauer Hof ist Hochzeits-Hotspot der Pfalz, das L.A. Jordan hat den dritten Stern, das Tagungshotel existiert. Die Weine sollten über diese „Hubs“ (Hotel, internationale Karten, zugekaufte Village-Weine) verkauft werden – das klappte nicht in der geplanten Größe. Von Buhl ist als Sektproduzent nicht mehr so prominent (der Hype war rein deutsch); Bassermann-Jordan war zwischenzeitlich eine Art „Budget-Bürklin-Wolf“ (Kirchenstück 130–150 statt 300 Euro); die Zukauf-Abenteuer bei von Buhl (Edeka-Vertrieb) waren teuer und „flogen nicht“. Wichtig: Felix hat nie behauptet, die Güter seien pleite. Von Winning schleust laut Internationalem Rieslingsymposium über 12.000 Besucher pro Jahr durch den Keller (extrem viele Kellerführungen), hat einen Besuchershop, und die Marketing-Frau ist sehr kreativ und fleißig: Yoga im Garten mit Wein, Trockenblumenkranz-Flechtworkshop zur Adventszeit (95 Euro, davon 25 für die Blumen), ein eintrittspflichtiges Weinfest „unter der Platane“ über zehn Tage. Finanziell dürfte es dem Gut gut gehen. Felix‘ Punkt war nur, dass die Idee der „drei großen Leuchttürme der Pfalz“ nicht aufging.

Warum „blind“ so wichtig ist – und der von-Winning-Stil (22:56 – 26:20)

Sascha ist froh, dass der Award blind ist: Hätte er von Winning erkannt, hätte ein inneres Vorurteil den Wein schlechter dastehen lassen. Erklärung des Stils: Bei einer Veranstaltung im Weingut Weil hat Felix zuletzt Monte Vacano und einen Primi I Grande Cuvée von Cantina Terlan verkostet, beide zwei Jahre auf der Hefe. Weißburgunder auf Vollhefe wird nach zwei Jahren nussig, karamellig, röstig – man würde auf neues Holz wetten, obwohl es sogar im 30 Jahre alten Stockinger-Fass passiert. Bei Riesling passiert das gar nicht, bei Chardonnay ein bisschen. Zum Reflex „Limo mit Sägespänen“: Früh gelesene Weine plus ein extraktreiches Jahr ergeben eine „lackierte“, leicht klebrige Frucht auf einer Zitrus-Nummer, dazu eine grüne Note (wie frisch abgebrochene, saftende Weidenzweige). Die von-Winning-GGs nutzen Fässer ohne Toasting und liegen nur zwölf Monate – daher fehlen die Fleisch-/Extraktnoten des langen Hefelagers, und das Grüne tritt hervor. Der Award-Sieger dagegen hatte vermutlich Medium-Toasting, daher dunkel und rauchig. Fazit: Stefan Attmann kann mit Holz umgehen. Im Vergleich wirke von Buhls „halb viel Holz“ oft seifig und unentschieden, während von Winnings „ganz viel Holz“ eine klare Aussage habe. Zur Ehrenrettung: In einer „10 Jahre danach“-Probe belegten von-Winning-GGs aus Felix‘ Privatkeller die Plätze 3 und 5.

Kritiker-Update II: Die Mercedes-Anekdote (26:20 – 27:52)

Als Bild für Kaufpsychologie: Ein Mercedes-Fan hat ein Montagsauto, das ständig kaputtgeht – „diese Scheißkarre“. Zwei Jahre später fährt er wieder Mercedes: „Ich fand nur das Auto scheiße, nicht die Marke.“ Menschen ergänzen Erzähltes um das, was sie für logisch halten. 

Kritiker-Update III: Was Felix bewusst nicht gesagt hat (27:52 – 31:47)

  • Blankenhorn: „Da, wo er hin will“ gilt nur für den Chardonnay, nicht für den Pinot. Seine Pinot-Bestenliste für Baden: an der Spitze Huber, dann mit kleinerem Abstand als oft angenommen Salwey, Keller und Dr. Heger (erste Liga), danach Bercher. Außerhalb des VDP in der Spitze Ziereisen. Blankenhorn kommt erst danach, zusammen mit Stigler, die auch mal schwächere Weine machen.
  • Höfler: Nicht „in der Chardonnay-Spitze“, aber zwei sehr gute Chardonnays dieses Jahr – „muss man weiter beobachten“.
  • Ausreißer entdecken als Kritiker-Kompetenz: In Folge 75 hatte er bei Dönhoff 2018 den Mühlenpfad hervorgehoben; aktuell bei Schäfer-Fröhlich den Stromberg – „mehr Geld muss man dieses Jahr nicht ausgeben“, fast eine eigene Liga. So etwas sagt er in elf Jahren Wiesbaden nur etwa sechsmal.
  • Persönliche Vorlieben (kein „Ausreißer“): in Erbach lieber Siegelsberg als Marcobrunn; bei Gunderloch oft lieber Pettenthal als Rothenberg, obwohl günstiger, das ist nicht  ergleichbar mit Stromberg-Empfehlung.
  • Beim gediegenen Erzeuger den wilden Wein entdecken: das wilde GG von August Eser, oder die Martinsthaler Wildsau von Diefenhardt – mehrere Hörer kauften und waren begeistert.
  • Übergang zur „Publikumsbeschimpfung“: Das eigentliche Problem sei, dass die Hörer immer Sechserpakete füllen wollen und dann noch Zusätzliches hineinnehmen – diese Weine habe Felix gar nicht empfohlen.

Kritiker-Update IV: Wo Felix danebenlag (31:47 – 35:41)

  • Münzberg: Deren Chardonnay hatte man im Podcast sehr gefeiert und das Gut „auf die nächste Stufe“ gehoben. Drei Jahre später: übertrieben. Immer noch ein sehr guter Erzeuger, aber beim Chardonnay im Award zweimal nicht so stark (Gold/Silber). „Da habe ich sehr auf den Schlamm gehauen.“
  • Schloss Lieser: Schon in Folge 75 (in einem Kommentar) hatte er die GG-Erweiterung bei Thomas Haag (Piesporter, Graacher) nicht überzeugend gefunden – „ich warte noch auf mein Erweckungserlebnis“. Das Helden-GG ist auch dieses Jahr wieder Bombe, bei den anderen wartet er weiter.
  • Grundsatzfrage (Idee für eine eigene Folge): Wann ist ein Spitzenweingut ein Spitzenweingut – muss dafür jeder Wein immer super sein (natürlich nicht)? Und: Man „haut Menschen vor den Koffer“ – Winzer hören mit, und niemand will einen Podcast hören, der mit einer Liste enttäuschender Weine beginnt. Deshalb hält Felix sich mit Relativierungen bewusst zurück.

Verkostung Wein 1 (Monteti) & Auflösung (35:46 – 41:41)

Sascha war beim Reinriechen „italienisch unterwegs“: schönes, zartes Tannin, das im Rachen eine feine Fülle hinterlässt; anfangs saubere Kirschfrucht, mit Luft etwas süßer und beeriger, wenig Alkohol-Eindruck, macht viel Spaß. Sein Tipp: erst ein junger, gut gemachter Nebbiolo, dann eher Spanien. Auflösung: eine Bordeaux-Cuvée mit ungewöhnlicher Zusammensetzung – dominant nicht Cabernet, sondern Petit Verdot. Der 2019er lag bei ca. 55 % Petit Verdot, 25 % Cabernet Franc, 20 % Cabernet Sauvignon; sehr zurückhaltendes Holz (70 % alt, 30 % neu); Maremma/Toskana. Das Weingut Tenuta Monteti wurde Ende der 90er von einem ehemaligen italienischen Wirtschaftsminister und Präsidenten der Biennale Venedig gegründet (ein Freigeist; seine Frau eine bekannte Dichterin) – eine rosa Villa in der Maremma auf riesigem Landtück, davon nur ein Teil Reben; besuchbar, mit Küvetierungs-Workshops, heute von den Kindern geführt. Önologe ist Carlo Ferrini, Italiens derzeit berühmtester Önologe (nach Riccardo Cottarella), der mit seiner Tochter das eigene, sehr teure Projekt Giodo (Brunello, Etna) macht; ein weiterer Ferrini-Wein sei „Liliana“, ein Cabernet Sauvignon aus dem Süden. Der Monteti kostet nur 45 Euro, kommt erst im sechsten Jahr nach der Ernte in den Handel (aktuell der 2019er; der 2020er folgt), ist damit trinkreif, hält aber noch ~15 Jahre. Felix‘ erste Flasche hatte Kork; es gibt zudem einen Rosé und einen kleinen Roten (praktisch, wenn man das Sechserpaket füllen will).

Wein 2 wird eingeschenkt (41:41 – 42:25)

Blind: Weingut Huff, Pettenthal Riesling 2024 – kein VDP-Mitglied; Sscha will die (oft sehr teure) Lage Pettenthal einmal in einer günstigeren Variante beleuchten.

FWH-Events & Proben-Pläne (42:25 – 44:16)

Sascha stellt sein Sommerprojekt vor: die neue Seite FWH-Events.de, auf der die Proben-Formate gebündelt und vermarktet werden (Ziel: das Ganze so aufstellen, dass man „noch ~60 Jahre“ weitermachen kann). Geplante Proben u. a. eine Romanée-Conti-Probe (teuer, verkauft sich gut), eine Sassicaia-Vertikale und eine Dom-Rosé-Vertikale; einige moderiert Felix, andere Sascha.

Champagner-Pop-up am 9./10. Oktober (44:16 – 50:02)

Neue Location „Der falsche Hase“ mit Blick über Berlin, bewusst auf max. 100 Gäste begrenzt (mehr Bar-Charakter, engerer Austausch). Es gibt Charcuterie und Austern (diesmal keine Currywurst), eine wechselnde Offenkarte ab 11 Euro fürs günstigste Glas (0,1 l). Felix macht an beiden Tagen eine „Herzensprobe“ mit raren, teils gar nicht super teuren, aber kaum erhältlichen Champagnern – Beispiele: Frédéric Savart „Haute Couture“ (Savart gibt’s gut zu kaufen, den Haute Couture praktisch nie), Marie-Noël Ledru (hat vor ~8 Jahren aufgehört – „letzte Chance“, der Neffe übernimmt, dann kommt Nachschub), Georges Laval und ein Pinot Meunier von Christophe Baron (war schon im Podcast, extrem schwer zu bekommen). Zur Einordnung schwärmt Felix von der Spitze mancher Häuser: Bei Ulysse Collin sei die untere Sortimentshälfte (13 % Alkohol) überbewertet, die obere Hälfte dagegen großartig. Pop-up-Tickets: 29 Euro (inkl. Winzer-Champagner) bzw. 59 Euro (mit etwas Größerem im Glas).

Saschas Insta-Formate (50:02 – 57:07)

Dreimal wöchentlich: „Sascha fragt“ (jemand nennt seinen Lieblingswein bis 100 Euro und warum), „Sascha blind“ (zwei schwarze Gläser, auf zwei Minuten geschnitten, Scheitern eingeplant) und „Sascha kauft“ (ungeschnitten, ~20 Sekunden, echte Kaufempfehlung). Bei „Sascha blind“ hatte Sascha zuletzt einen unerwartet großartigen, burgundisch wirkenden Weißburgunder vom Weingut Dreissigacker (Jahrgang 2018) im Glas, den er für einen sehr guten Chardonnay hielt; als weiteres Beispiel nennt er den Geiersberg 2011 desselben Guts, der beim Öffnen fantastisch war. „Sascha kauft“ generiert die meisten Views (die Leute lieben Kaufempfehlungen), ohne dass Sascha daran verdient. Ironisch-selbstironisch will er „Instagram-Star“ werden; das Format „Sascha fragt“ funktioniert, weil ihm die Leute abnehmen, dass er gern Wein trinkt und die passenden Leute kennt.

Verkostung Wein 2 (57:07 – 01:03:53)

Wein 2: Felix startet bei einem scheinbar süßen Wein (erst Spätlese, Kabinett, feinherb vermutet) – am Ende „einfach eine sehr süße Frucht“, die im Abgang aber trocken wird (Tabakwürze, griffige, feine Phenolik). Sascha hilft. Auflösung: Weingut Huff (Christine Huff), Pettenthal Riesling 2024, unter 30 Euro. Kontext zur Lage: teure Pettenthal-Beispiele sind das Versteigerungs-GG von Keller (~1.000 Euro), Kühling-Gillot und Gunderloch. Für Felix ist das Pettenthal die „helle, strahlende“ Lage gegenüber dem rauchigeren Rothenberg – ein Gegensatzpaar wie Siegelsberg/Marcobrunn oder Frühlingsplätzchen/Halenberg. Der Wein hat nur 2,2 g Restzucker, wirkt durch Extrakt und Glycerin aber viel süßer – ein Effekt, der bei den warmen Jahrgängen immer ausgeprägter wird. Wichtig: 2024 „hält die Form“ (nicht pummelig), was Reifepotenzial verspricht; die spannende Frage sei, ob 2025 eher wie 2015 (aus der Form) oder wie 2019 (formhaltend) wird. „Wir müssen ganz viel neu lernen.“

Outro (01:03:53 – Ende)

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