Gereifter Wein

Blindflug 73: Alter, ist das gut!

Ist Reifefähigkeit ein Qualitätskriterium? Ist Reifebedürftigkeit Selbstzweck? Was wissen wir eigentlich über Reife? Wir trinken alten Wein und rätseln.

In der ersten RAF-Episode haben wir die Frage gestellt, jetzt versuchen wir sie zu beantworten: ‚Wie halten wir es mit der Reife?‘ Dabei müssen wir einräumen, dass unser Wissen galoppierend veraltet. Denn aktuelle Weintrends in Verbindung mit dem Klimawandel werfen alles über den Haufen, was wir mühsam gelernt haben.

Schützenhaus ’69 und Eulogio Pomares

Eulogio Pomares Orange Wein

Felix schenkt ausnahmsweise zwei Weine ein. Den ersten nennt er ‚schwarzglasinkompatibel‘ weil bestimmte Tertiäraromen uralter Weine ohne Vorwarnung streng schmecken können. Doch der Hattenheimer Schützenhaus Riesling 1969 von der Gräflich Schönborn’schen Kellerei aus dem Rheingau zeigt sich in perfekter Verfassung und schenkt sich die Strenge. Sascha würde gern ein zweites Glas trinken, muss aber noch arbeiten. Der ziemlich rare 2014 Maceración con Pieles von Eulogio Pomares it ein Albariño aus Rias Baixas, der auf den Schalen vergoren und ungeschwefelt gefüllt wurde. Er ist zwar hochfarben, doch nach 14 Stunden Belüftung voll da. Auch hier freut sich Sascha über schönen Zug. Wenn nur die Arbeit nicht wäre…

Oliver Zeter: Franzose ehrenhalber

Zeter Viognier Zafran

Sascha bringt ebenfalls einen Wein aus dem Jahrgang 2014: Viognier ‚Zafran‘ von Oliver Zeter aus der Pfalz. Das ist ungebremste Lebensfreude und gleichzeitig ein hochkomplexer Wein, der seine Herkunft zeigt. Ein Meisterwerk, das Felix ein großes Lächeln auf die Lippen zaubert. Zeter hat ein Händchen für Französische Rebsorten. Zum Glück (für uns Kunden) kriegt er – rein pekuniär betrachtet – nicht das, was er verdient. Ergo: Schnäppchenalarm.

Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.

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6 Gedanken zu „Blindflug 73: Alter, ist das gut!“

  1. P.s.: ich sage das vor allem ja auch als Hinweis aus (beschenkter) Konsumentenperspektive. Du schreibst ja durchaus über die verkosteten Weine. Och mag beide Elemente im Podcast. Aber der „Schwank“ ist zumindest für mich doch sehr viel informativer. Und ich suche oft lange, um nochmal eine Info wiederzufinden, die ich mal, eben meist beim Joggen, gehört habe. Natürlich kann es nicht so Zweigleisig sein wie bei der Webweinschule. Aber jede schriftliche Info ist ein Plus und hilft dabei, die zum Teil ja recht langen Audiodateien angemessen zu würdigen.

    1. Indigniert und beleidigt sind zwei verschiedene Zustände 😉
      Ich produziere diesen Podcast, weil es eine mühelosere Möglichkeit ist, mein Wissen, meine Erlebnisse und meine Meinung zu einem publizierbaren Inhalt zu vermengen. Wenn ich die Zeit hätte das niederzuschreiben, würde ich das (vielleicht) tun. Dann gäbe es das Podcast nicht. Was wäre Dir lieber? (Frage für einen Freund…)

  2. Sehr schöne Folge!
    Die Infos zu Geburtstagsjahrgängen wären schön nochmal als kurze Tabelle… habe mir die lange Folge beim Joggen angehört und da leider keinen Stift dabei gehabt. 😀
    Aber man kann’s natürlich auch nochmal anhören. Trotzdem: Als Blogpost wäre das auch nochmal nett.

    1. Du bist da nicht der Einzige, der das angefragt hat und ich bin etwas indigniert. Leute: das ist mir zu viel Anspruchshaltung. Hör doch mal auf halber Geschwindigkeit und Transkribiere das, schick es mir und ich veröffentliche das dann gerne. Ihr bekommt dieses Podcast alle von Sascha und mir geschenkt. Das muss reichen.

      1. Ey, nicht gleich beleidigt sein… war doch als Anmerkung in Lob und die Anmerkung, man könne ja nochmal anhören gepackt. Es war schlicht eine Anregung. Ich mag generell Podcasts mit Rahmeninfos, v.a. wenn man nicht wie bei YouTube teilweise Zeitstempel hat. Ich finde, das hebt den Informationswert enorm, gerade längerfristig, wenn es um Archivierung und Wiederfinden von Information geht. Aber klar, wenn ich dazu komme, es mal nicht beim Joggen anzuhören und mir die Notizen mache, stelle ich sie gerne hier rein, jetzt, wo ich weiß, dass das anderen auch nützlich wäre.

        1. Ha, das ist eine schwierige Wahl, die ich ja zum Glück nicht zu treffen habe. Aber ganz ehrlich: mir persönlich, weil für mich einfach so viel Information drinsteckt, wäre vermutlich die schriftliche Form lieber. (Ich bin überhaupt erst durch euch zum Podcast gekommen, ein Format, um das ich lange einen Bogen gemacht habe.) Aber man muss ja vielleicht auch fragen, ob manche – informative – Inhalte so runtergeschrieben überhaupt möglich wären, oder ob sie sich nicht gerade im Gespräch und auch im teilweise freien Improvisieren und Plaudern aus Deinem Erfahrungsschatz ergeben…

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