Burgund Steiermark

Blindflug 86: Freakiges Burgund und zeitlose Steiermark

Wir sind mal wieder richtig glücklich mit den Weinen in unserem Glas, die ganz zufällig auch ein gemeinsames Grundmotiv haben: eine schöne Säure.

Felix will weiter Lücken schließen und bringt etwas, was im stock-konservativen Burgund als Freakstoff gilt. Sascha hat das Bedürfnis ein schönes Erlebnis zu wiederholen und teilen. Im Ergebnis bedeutet das zwei wunderbare Weißweine in unseren schwarzen Gläsern.

Brett-Brothers – Revolution light

Brett Brothers Soufrandiere

Die Brüder Brett haben im südlichen Burgund ein Weingut geerbt und zusätzlich ein Negociant-Geschäft aufgebaut. Mit beidem gelten sie als Hipster. In Frankreich sind Ihre Weine entsprechend heiß begehrt. Ausgerechnet in Deutschland aber lässt sich reichlich Wein der Brüder auftreiben. Ihr biodynamisch bewirtschaftetes Weingut heißt La Soufrandière und Felix schenkt Sascha einen Pouilly-Fuissé Climat en Chatenay 2017 ein. Warum das hip ist, erschließt sich nicht, denn die Machart dieses Chardonnay ist ziemlich klassisch. Dass es richtig gut ist, erschließt sich hingegen auf den ersten Schluck.

Sattlerhof – Hefe als Zeitkapsel

Sattlerhof Weissburgunder

‚Nur unwesentlich älter‘, lautet Felix Tipp zum von Sascha kredenzten Wein. Der 2007er Weißburgunder Pfarrweingarten Fassreserve vom Sattlerhof versteckt sein tatsächliches Alter perfekt. Er lag 7 Jahre im Fass auf der Hefe und dieses Zeit ging spurlos an ihm vorüber, also bezüglich des Alters spurlos. Deutlich spürbar ist ein herrlich fleischige Art, die von dieser Weinbereitung stammt. Das will man kauen, denn das hat Substanz. Man kann sagen, das ist zum anbeißen schön. Wer wissen will, warum Hefeextrakt in der Lebensmittelproduktion als Geschmacksverstärker und Glutamat-Ersatz Verwendung findet, der muss einfach mal einen ewig auf der Hefe ausgebauten Weißburgunder oder Albariño trinken.

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6 Gedanken zu „Blindflug 86: Freakiges Burgund und zeitlose Steiermark“

  1. Lieber Felix

    Du erwähntest im letzten Blindflug, dass Du Dich mit Nebbiolos aus dem Valtellin eingedeckt hättest. Da wurde ich hellhörig, da ich das Anbaugebiet dort aus vielen Urlauben kenne, und die dortigen Nebbiolos sehr spannend finde, viel zugänglicher und natürlich auch deutlich günstiger als die berühmten Verwandten aus dem Piemont. Allerdings findet man in deutschsprachigen einschlägigen Medien wenige bis gar keine Informationen zu dem Gebiet und den Winzern, deshalb mein Frage, ob Du ein paar Tips für mich hast.
    Vielen Dank im Voraus

    Paul

    1. Ich hab mangels Quellen auch beschlossen, mich da mal auf eigene Faust durchzutrinken. Dann habe ich das Angebot eines Dealers meines Vertrauens durchstöbert, der gerade Flash Sale hatte und habe mit Weinen von drei Weingütern angefangen: Sandro Fay, Nino Negri und Rainoldi. Dabei habe ich verschiedene Bewertungen und Quellen herangezogen und lasse mich jetzt überraschen. Das geht von 15 bis 50 Euro und ist mir das Risiko wert. Ich habe damals leider keine Fotos von den Sachen gemacht, die mir bei meinem Vinitaly Tasting gut gefallen haben. Da habe ich mittlerweile dazugelernt.

  2. Endlich ein Thema bei dem ich sagen kann, kenn ich schon. Dank meines Freundes und Weindealers Gerardo Lombardi kenne ich die Bret-Brothers schon etwas länger. Super leckeres Zeug. Die machen übrigens auch einen sehr leckeren PET NAT (Bret-NAT).
    Viele Grüße Olaf

  3. Moin Felix, da es um‘s Wein kaufen/subskribieren ging: Wieviele Flaschen eines Weins eines Jahrgangs bestellst du zum zeitnah trinken bzw. für den Keller? Falls unterschiedlich, wonach richtet sich die Menge? Danke und VG, Simon

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