Biodynamik biodynamischer Weinbau Weinbau

Blindflug 44: Biodynamik – Geister im Weinbau

Felix hat einen biodynamischen Wein im Gepäck und beantwortet eine viel gestellte Hörerfrage, Sascha bringt einen Wein ohne Jahrgang.

Zwei extrem ausdrucksstarke Weine haben wir heute im Glas, die wir richtig genießen, denn erstens produzieren wir endlich mal wieder abends, beim gemütlichen Weintrinken und zweitens hat Felix viel zu erzählen.

Biodynamischer Weinbau – emotionales Thema

Silvaner Odinstal nakt natural

Felix hatte es versprochen: er wagt sich ins Minenfeld. ‚Was hältst Du von biodynamischem Wein?‘ lautet eine ihm häufig gestellte Frage und bisher hat er sich um eine Antwort gedrückt. Das Thema ist halt sehr emotional und die meisten Anhänger der biodynamischen Lehre reagieren sehr gereizt, wenn das Thema Gegenstand von Diskussionen wird. Jetzt aber schenkt er Sascha einen biodynamischen Wein ein und schildert seine Sicht. Dabei legt er Wert auf saubere Quellen und die sauberste Quelle ist das Original. Also hört sich die heutige Episode phasenweise wie ein Rudolf-Steiner-Hörbuch an – leicht freaky. Der Silvaner [nakt] 2017 vom Weingut Odinstal aus der Pfalz ist – wie Sascha es ausdrückt – ebenfalls deutlich ‚Freakstoff‘. Doch Sascha trinkt nicht nur aus, er schenkt sich noch mal nach.

Die Jahrgangscuvée – Opus One’s kleiner Bruder

Napa Valley Overture by Opus One

Sascha hat einen Overture von Opus One aus Kalifornien im Gepäck. Die spannende Entstehungsgeschichte kennt Felix noch nicht, kann nur berichten, dass er schöne Erinnerungen an den Erstwein hat. Der Opus One ist einer der großen Rotweine der Welt, aber leider mittlerweile unbezahlbar. Dieser Zweitwein aus mehreren Jahrgängen ist auch nicht von schlechten Eltern, doch wie so häufig darf man auch bei diesem Wein aus Saschas Keller nicht über das Preis-Genuss-Verhältnis nachdenken. Das machen wir also heute einfach nicht und genießen diesen wunderbaren Wein!

Viel Spaß mit einem neuen Blindflug!

Hier geht es zur Episodenübersicht.

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…und auf TuneIn

8 Gedanken zu „Blindflug 44: Biodynamik – Geister im Weinbau“

  1. Vielen Dank, dass du dich dem Thema „bio“ und „biodynamisch“ so ausführlich angenommen hast, das war sehr lehrreich und unterhaltsam zugleich!

  2. Prima Folge, ich habe mich sehr darüber gefreut.

    Weinkritiker feiern „Biodyn“ meiner Erfahrung nach unkritisch ab, wollen gar die okkult-magische „Biodynamik“ von Demeter herausschmecken können. Ihr habt euch die Mühe gemacht, die Hintergründe der anthroposophischen Glaubenslehre sauber herauszuarbeiten. Ich stimme zu, dass bei allem Tierwohl und Respekt vor der Natur die dahinter stehenden Esoterik-Blase (auch) aus Impfgegnern und Pseudomedizinern nicht vergessen werden sollte.

    Gut gemacht!

    1. Bei allem Dank für die freundlichen Worte, muss ich Dir deutlich widersprechen. Ich bin Weinkritiker. Anders kann man das kaum nennen. Und ich bin beileibe nicht der einzige Kollege, der Biodynamik als Esoterik erkennt und gelegentlich auch brandmarkt. Die Zahl der Weinkritiker, die Biodyn unkritisch abfeiern ist winzig, die Zahl privater Weinliebhaber, Händler und Sommeliers ist da erheblich höher. Sorry für die Erbsenzählerei, aber das ist mir aus hoffentlich verständlichen Gründen sehr wichtig.
      cheers
      Felix

      1. Welches Label ist denn dann empfehlenswert, wenn man was für die Umwelt tun will und Winzer unterstützen will, die umweltbewusst, verantwortlich und nachhaltig wirtschaften, aber keinen ideologischen Überbau haben? Ich finde diese Labellandschaft sehr unübersichtlich und bin daher für jeden Hinweis dankbar.

          1. Apropos Label. Habt ihr eine Ahnung wieviel der Winzer bezahlen muss um ein Label auf seine Flasche zu drucken? Oder darf man das einfach so sobald man die Auflagen erfüllt. Ich war mal bei Michael Teschke der meinte er macht jetzt einfach sein eigenes Label anstatt einer Organisation Geld zu geben. ge
            Grüße

          2. Das EU-Bio-Label darfst Du verwenden, wenn Du kompatibel bist. Es ist unabhängig von der Flaschenzahl. Du zahlst eine Antragsgebühr und eine jährliche Lizenzgebühr, wobei letzteres eher ein Beitrag zur Kostendeckung der Prüfungen ist, die Betriebsprüfung musst Du meines Wissens nämlich nicht bezahlen. Antragsgebühr vierstellig, Lizenzgebühr dreistellig, also pro Flasche kaum messbar. Bei den Verbänden zahlst Du meist pro Flasche, wir reden hier über eine Größenordnung von 2,1 Cent pro Liter für EcoVin bis 6 Cent pro Liter bei Fairtrade.

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