Campo Alle Comete

Blindflug Folge 15: Das Erbe der Heuschrecke

Felix hat eine Weingutsdirektorin mit deutschen Wurzeln getroffen und eine interessante Geschichte über deren Wein gehört. Sascha will Felix mit einem echten Leckerli erfreuen, doch das schäumt, obwohl es das nicht soll.

Campo alle Comete Bolgheri Superiore Doc

Es ist vielleicht der Beginn einer Erfolgsgeschichte, mindestens aber für Sascha der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Der Bolgheri Superiore DOC 2015 von Campo alle Comete ist ein Supertoskaner klassischer Machart, der schon im Jungfernjahrgang enorme Klasse versprüht. Das fängt mit dieser charmanten Nase an und endet in beeindruckender Komplexität und Länge. Mit rund 60 Euro ist das zwar kein ganz billiger Rotwein, angesichts der Preise für Sassicaia und Co aber ein sehr akzeptabler Kurs.

Die 2006er Ürziger Würzgarten Riesling Auslese *** Goldkapsel von Joh- Jos. Christoffel Jr. ist leider gärig geworden, was Felix bemerkt, noch bevor er sich das Glas ans Ohr hält, wo man das leichte Moussieren sogar hören kann. Der Wein ist immer noch lecker, doch es fehlt die Pikanz und die Klasse, die besternte Auslesen dieses Traditionsweingutes, das vor kurzem seine Pforten für immer geschlossen hat, sonst regelmäßig auszeichnet.

Viel Spaß bei der neuen Episode unseres Wein-Podcasts.

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8 Gedanken zu „Blindflug Folge 15: Das Erbe der Heuschrecke“

  1. Hallo meine beiden Lieblingsweinpodcaster,

    also bevor mich nun hier gleich wer steinigen möchte, eine Info vorweg: Ich habe noch nie einen Romanée Conti getrunken, weiß auch nicht ob es bei diesen Preisen jemals dazu kommt, vermutlich nicht und es liegt mir fern nun einen Wein schlecht zu reden den ich nicht kenne und ich hätte als Beispiel nun auch einen PGC aus dem Bordeaux oder einen anderen Icon-Wine nehmen können, bleibe aber bei Romanée Conti, da ihr diesen nun selbst angesprochen habt. Was ich jedenfalls sagen will ist, dass genau das, was Felix erwähnte für mich auch immer ein Grund ist gegenüber solchen Produkten (nicht nur bei Wein), skeptisch zu sein.

    Der Wein bzw. das Weingut hat sich seinen herausragenden Ruf, gewiss zu Recht und über lange Zeit hart erarbeitet. Aber ich denke man muss bei sowas immer hinterfragen, ob der Wein oder so ein Produkt generell nach wie vor von seiner tollen Qualität lebt oder vielleicht nur noch von einem exzellenten Ruf ohne noch die dazu passende Qualität zu liefern. Was ich damit meine ist, dass es sein könnte, dass Leute eben so einen Wein trinken, er schlecht ist und die, welche ihn tranken, dann anfangen an ihrem Geschmack zu zweifeln, statt an der Qualität des Weins und sich vielleicht auch der ein oder andere “Profiverkoster” denkt: “Ui, wenn ich nun hier was schlechtes schreibe, sägt das eher an meinem Ruf, als am Ruf des Produktes”. Es besteht also möglicherweise die Gefahr, dass in einem solchen Fall ein Produkt einen herausragenden Ruf lange Zeit wahren kann, ohne ihn noch zu verdienen, eben weil genügend Leute und darunter auch Experten berichten wie toll das Produkt doch ist.

    Ich vergleiche das immer ganz gerne mit der Kunst. Wenn man vor einem Gemälde von Rembrandt steht, dürfte kaum jemand auf die Idee kommen, dass nicht als große Kunst zu bezeichnen. Steht man aber vor einem abstrakten “Meisterwerk” mag sich manch einer fragen, ob es sich dabei denn tatsächlich um große Kunst handelt oder vielleicht nicht doch in Wahrheit nur “Geschmiere” ist, was hochgejubelt wurde. Wie einfach es gerade hier ist das Fachpublikum an der Nase herumzuführen wurde ja vielfach bewiesen, unter anderem durch ein abstraktes Gemälde eines vorgeblich großen Künstlers, bei dem sich schließlich herausstellte, dass es von einem Affen gemalt worden war oder auch von Hape Kerkeling (“Hurz”) im Bereich der angeblich experimentellen klassischen Musik bei “Darüber lacht die Welt”.

    Nun ja, war in jedem Fall wieder eine Freude Euch beiden zuzuhören und ich wünsche Euch nun noch tolle Feiertage mit leckeren Weinen im Glas.

    Grüße

    Alex

    PS: Irgendwie habe ich gerade das Gefühl so etwas wie hier gerade schon einmal kommentiert zu haben und ich hoffe ich wiederhole mich nun hier nicht.

    1. Nein, Du wiederholst Dich nicht.
      Ich bin in Teilen bei Dir. Nun ist ausgerechnet für diese Theorie die DRC das falsche Beispiel. Sie hat, als das Burgund noch nicht einmal im Traum an lebendige Weinberge dachte, ohne Not und ohne großes Getrommel auf biodynamische Wirtschaftsweise umgestellt und schwimmt auch ansonsten gerne mal gegen den Strom (was sich aber eigentlich immer eher als Vorreiterrolle erwiesen hat). Sie macht auch ohne Zweifel einige der besten Burgunder der Welt. Aber: auch die Jungs von DRC können nicht übers Wasser wandeln, respektive das Wetter und den Jahrgang komplett ausblenden, weswegen es selbstverständlich auch auf DRC mal nicht so gute Jahrgänge und einzelne nicht besonders beeindruckende Weine gibt. Dass eine viel zu lange sehr wohlwollende Berichterstattung die nötige Einsicht am Weingut erschwert und Verbraucher an ihrem Verstand zweifeln lässt, gibt es ganz sicher, aber ich schweige mich mal über Kandidaten aus (naja, dass es da ein Weingut an der Terrassenmosel gibt, von dem ich gegen den Kritikertrend nur wenig halte, haben wir ja schon besprochen…)
      cheers und ebenfalls schöne Feiertage
      Felix

  2. Genau deshalb schrieb ich ja zu Beginn meines Beitrags, dass ich DRC hier einfach einmal als Beispiel herausgreife ohne es schlecht reden zu wollen, da ich damit keine Erfahrungen habe 😉

  3. Ich bin großer Fan aus der Kombination aus gutem Essen und gutem Wein.

    Besondere Erlebnisse hatten meine Frau und ich in diesem Kontext im letzten Jahr insbesondere bei Events in Österreich (bei Nigl in Senftenberg und bei Kracher am Neusiedler See) und in beim jährlichen „Best of Franken“ im Würzburger Restaurant Reisers. Alles sehr zu empfehlen!

    Für weitere Event-Tipps in Franken wäre ich übrigens sehr dankbar. Ich möchte der sehr sympathischen Menschen, der authentischen Küche und des preisleistungsattraktiven Weinangebots meinem vinophilen Fokus heuer etwas von Österreich nach Nordbayern verlagern.

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