Weinpodcast Blindflug Episode 39

Blindflug 39: Indigene Schweiz und moselaner Mogelpackung

Es ist nicht abgesprochen, sondern eine glückliche Fügung: Sascha und Felix schenken sich gegenseitig je eine Hörerspende ein.

Wir freuen uns über den weiterhin regen Austausch mit unseren Hörern. Neben Feedback, Fragen und der Unterstützung unserer Spendenaktion kommen auch immer wieder Weine, von denen sich Hörer wünschen, dass einer von uns sie dem anderen blind servieren möge.

Completer aus Fläsch – Holz für Sascha

Fläsch Completer Weingut Hermann

Er wolle ‚als Zuhörer aus der Schweiz mithelfen, eine klaffende Lücke in eurem Line-Up zu schliessen: Schweizer Wein.‘ schrieb Tobias und schlug vor, dass sein Wein von Sascha beschrieben werden solle, ‚weil er eigentlich gut ins Beuteschema von Sascha passt: Gut strukturiert, im Holz ausgebaut, von einer Säure getragen und doch aromatisch.‘ Das ist auch sehr nah an der Beschreibung, die Sascha für den Wein findet, der auf Chardonnay tippt, was bei einem jungen Completer die Sache schon ganz gut beschreibt. Der Fläscher Completer 2017 vom Weingut Hermann steht nämlich am Anfang einer Entwicklung, die möglicherweise erst in 20 Jahren beendet ist.

Van Volxem für Felix – Kontext bitte

Van Volxem Fuder 55

Der Fuder 55 Riesling (feinherb) 2018 von van Volxem ist eine Sonderabfüllung für Hawesko. Da als Abfüller allerdings die Weinmanufaktur van Volxem auftritt und der Adler auf der Kapsel fehlt, ist schnell klar, dies ist kein klassischer Weingutswein, sondern entweder Wein aus zugekauften Trauben oder eine Abfüllung zugekauften Weines. Die Formulierung ‚Roman Niewodniczanski hat diesen Wein exklusiv für und gemeinsam mit HAWESKO cuvetiert‘, die sich so auf der Website des Händlers findet, legt den Schluss nahe, dass es sich um letzteres handelt. Vor diesem Hintergrund regt sich Felix etwas über den Namen auf, der ja suggeriert, hier handele es sich um ein ausgesuchtes Fass aus dem Keller des Weingutes. Den Wein selbst mögen Felix und Sascha aber gerne trinken.

Viel Spaß mit einem neuen Blindflug!

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18 Gedanken zu „Blindflug 39: Indigene Schweiz und moselaner Mogelpackung“

  1. Hallo,
    zum Thema Musik und Wein: Gern genieße ich in der Badewanne ein Glas guten Schaumwein und höre dazu Pavarotti. Klingt kitschig und divenhaft, kann ich aber nur empfehlen. Ansonsten kommt es ganz auf den Wein und die Umstände an. Zu selten findet man die Zeit, bewusst wirklich nur Musik und Wein zu genießen.
    Was die zum Thema Verkostung von Felix genannte Typizität eines Weins anbelangt, finde ich es nicht schlimm, wenn man einen Wein als “typisch für seine Region” bezeichnet. Die Beschreibung sollte nicht da aufhören und die Individualität des Weins sollte nicht untergehen. Dennoch finde ich es auch schön, in einem Wein einige typische Elemente bspw. eines Priorats wiederzufinden. Darüber kann man auch das Beschreiben etwas besser lernen (Was genau ist typisch? Was ist anders?).
    Die Folge hat mal wieder Spaß gemacht und ich freue mich auf viel Spannendes von euch in 2020.
    Viele Grüße

    1. Das mit dem typisch bezog sich tatsächlich auf das angesprochene Beispiel Pauillac, wo Du nur 18 klassifizierte Chateaus hast und alle reden ständig davon, wie unterschiedlich die doch eigentlich sind und ich komm dann mit ‘ein ganz typischer Pauillac’. ‘Typisch Priorat’ wirst Du von mir auch hören, beziehunsgweise habe ich das bei Finca Dofi sogar im Podcast gesagt. Und ja, darüber kann man das Beschreiben am besten lernen. Ich glaube ja, quasi jeder interessierte Deutsche Weinlaie erzielt seinen ersten Achtungserfolg mit einem korrekt zugeordneten Riesling – 80 Prozent mit Mosel, 20 Prozent mit Pfalz 😉

  2. Hallo Ihr, passend so kurz vor Silvester würde mich mal interessieren wie eure persönliche Meinung zu hochpreisigen Massenprodukten a la Veuve Clicquot etc. ist?

    Außerdem wurde Felix in dieser folge leider unterbrochen als er gerade etwas über die allseits bekannten “Abgefüllt für…” Labels erzählen wollte.

    Ansonsten schon mal einen guten Rutsch an den besten Weinpodcast im Internetz!

    1. Also Veuve und Moet sind eher belanglos. Sascha und ich haben neulich als Mittagswein eine Flasche Basis-Taittinger getrunken, das hat richtig Spass gemacht. Charlie oder Duval-Leroy gehen auch immer, aber da ist die Flaschenzahl an der Basis vielleicht auch nur noch sechsstellig. Andererseits sind die Prestige-Weine von Moet und Veuve durchaus sehr gut (Dom P oft auch überragend).
      Das mit den Spezialabfüllungen ist häufig geflunkert. Ist einfach der Basiswein (oder eine Stufe drüber) unter anderem Namen, zu erkennen dann jeweils an der identischen AP-Nummer.
      Guten Rutsch
      Felix

  3. Die Sache mit dem Etikett ist wie der Wein selbst, es hinterlässt halt einen leicht bitteren Nachgeschmack. Ich frag mich nur wer soll die Zielgruppe sein? Und was hat man sich bei der Vermarktung gedacht? Kontroverse vorprogrammiert, auch wenn der Wein gefällt.

      1. Aus Interesse (habe noch nie bei Hawesko bestellt): Wer ist den da die klassische Zielgruppe? Und inwiefern stirbt die aus, also wohin wandern die Kunden?

        1. Das war durchaus wörtlich gemeint. Die treten ihre letzte Reise an, die uns leider allen nicht erspart bleibt. Das sind die klassischen Katalogkunden. Auch wenn die Webseite state of the art ist, da wird immer noch reichlich Papier durch die Republik geschickt.

      2. Muss anscheinend so sein. Denn wenn die weiter als von dem Stuhl bis zur Wand gedacht hätten, dann wäre dieser Wein nicht so vermarktet worden.

  4. Was steht denn bei den beiden Blindflug-Protagonisten an Weihnachten eigentlich önologisch an?

    Ich habe regelmäßig das Problem, dass ich gerne besondere Weine aufmachen würde, aber ein Großteil der Familie zwar gerne Wein trinkt, aber nicht über schmeckt/schmeckt nicht hinauskommt :-). Sprich es wird wohl mal wieder Crowd Pleaser geben, die einfach zu trinken sind aber doch gewissen Anspruch haben und die besonderen Flaschen gibt es dann im geeigneten Umfeld. Ich finde sowieso meist, dass der Wein der Anlass sein sollte und nicht umgekehrt…

    PS: Weiter so mit dem Podcast, höre jede Folge mit Begeisterung – immer fachlich fundiert aber mit persönlicher Prägung ohne immer nur den neuesten Trends zu folgen und vor allem ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen!

    1. Also bezüglich Weihnachten: das gleiche wie jedes Jahr, hier vor Jahren erklärt: https://www.schnutentunker.de/simple-genusse-8-weihnachtsweine/
      Allerdings machen Sascha und ich morgen noch einen Jahresabschluss, da werden wir bestimmt was Schönes trinken und wir produzieren noch zwei Folgen dieses Jahr. Sascha wird seinen Plan bestimmt noch selbst erörtern.
      Bezüglich der buckligen ( 😉 ) Verwandschaft: ich glaube, das kennen wir alle. Ich habe mir aber häufiger den Spaß gemacht, durchaus edlen Stoff anzustellen, dazu aber auch Sachen aus dem Mittelfeld, von denen ich glaubte, sie würden bei den weniger Kundigen die Wurst vom Teller ziehen. Das ist sehr spannend. Und manchmal kriegt man dann von dem Wein, den man eigentlich selber trinken wollte, nichts ab, weil alle den viel besser finden, als man dachte. Be happy and drink the cheap stuff^^ – oder das Experiment vermeiden…
      Schönes Weihnachtsfest!
      Felix

      1. Danke – hoffe der Weihnachtsabschluss mit Sascha heute war bzw. ist standesgemäß ;-).

        Ich werde es denke ich an den Weihnachtsfeiertagen weiter wie Du halten – trinkige Weine mit Anspruch aber keine „großen“ Sachen, denn der Schwerpunkt an diesen Tagen liegt in der Tat auf anderen Dingen…versuche mit blind eingeschenktem richtig gutem Stoff gab es bei uns schon genug, ist beim Versuch geblieben…

        A propos guter Stoff, hatten gestern zufällig den Riecine CC Riserva 2016 offen den Ihr vor kurzem im Podcast erwähnt hattet, wirklich ein toller Wein – finde ihn jetzt schon sehr gut trinkbar, was würdest Du dem denn für ein Alterungspotential bescheinigen?

        Beste Grüße und schöne Festtage

        Andreas

    2. Hey – also jetzt kann ich sagen was es gibt zum Fest 😉
      Erstmal ist es mir egal wer mit uns zum Fest trinkt – ich suche den Wein immer so aus das ich es gut finde! Ich achte nur auf die Masse der Leute ! Das heißt heute am heiligen Abend sind wir ca 10 Erwachsene die alle nur normale Weintrinker sind – es gibt 1 mal Schaum ( deutscher Winzersekt ) 3 mal Weiß ( alles Deutsch trocken und fruchtsüß ) und 5 Rote ( alles deutscher Pinot um die 15-20 Euro ) ich glaube das wird ein schöner Abend an dem alle was zu trinken finden. Am ersten Festtag zum Gänse essen gibt es lecker Zeug ( Magnum Flasche Saint Cosme 2003 Hominis Fides und zum Nachtisch ne Flasche 2006 Joh Jos Christoffel *** Erdener Treppchen ) lg und nen frohes Fest Sascha

      1. Danke für die Rückinfo! Klingt doch nach einer vernünftigen Lösung abseits der Leistungsschau, die v.a. bei Facebook die letzten Tage abgeliefert wurde ;-).

        Bei uns gab es jetzt an Heiligabend nur schäumend (RvB) und weiß (deutsche Ortsweine) und das war die perfekte Lösung – die Weintrinker zufrieden ohne jeden Wein analysieren zu müssen und der Rest hatte einfach einen „leckeren“ Wein im Glas…

        Guten Rutsch!

  5. Das mit dem Mosel-Kabi zur BuLi-Konferenz muss ich dringend ausprobieren, großartige Idee!

    Bei der Etiketten-Kritik zum Van Volxem-Wein am Schluss der Folge habe ich mich sehr an unsere mehrteilige Diskussion im Rahmen einer Webweinschulen-Folge (Wein online kaufen) erinnert gefühlt!

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