Wir waren im Burgund und haben eine Messe gesungen, oder ein Hochamt begangen – oder wie immer man das nennen will. Es gibt viel zu erzählen.
Felix hat schon im letzten Jahr von seinem Ausflug zur ‚Roi Chambertin‘ geschwärmt. Also ist Sascha dieses Jahr einfach mitgekommen. Heute kommt zunächst sein Bericht und dann ein paar Gedanken von Felix, warum sich diese Ausgabe so anders präsentzierte als die letzte.
Echezeaux mit Holz
Zur Geschichte passend schenkt Sascha einen Burgunder ein. Der Echezeaux Grand Cru ‚En Orveaux‘ 2009 von Dominique Mugneret erscheint Felix vergleichsweise schwer und holzwürzig, aber immer noch sehr bemerkenswert. Ein eleganter, tiefgründiger und nobler Burgunder, der nur das Pech hat, dass in Gevrey-Chambertin auf etwas dezenteres Holz gesetzt wird.
Einaudi mit Fruchtpower
Felix hört beim Schreiben von Blogbeiträgen manchmal Ludovico Einaudi. Der wohnt und arbeitet auf einem Weingut. Als Felix jetzt die Gelegenheit bekam, ein paar Weine von diesem zu bekommen, ließ er sich nicht lange bitten. Der Signature-Wein ist ausgerechnet ein Dolcetto. Eigentlich kann Felix der Sorte wenig abgewinnen, doch dieser gefällt ihm so gut, dass er ihn Sascha einschenkt. Und auch Sascha kann sich für den Dogliani Superiore Vigna Tecc Madonna delle Grazie 2022 von Poderi Luigi Einaudi erwärmen. Feines Holz und satte Frucht stehen auch einem mittelgewichtigen Italiener gut zu Gesicht.
Viel Spaß bei einer neuen Episode unseres Podcasts.
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Vorne weg: Danke!
Dass ein Dorfwein 95 Punkte bekommt ist vermutlich nicht das Problem, wenn die Crus dann >>95 bekommen, oder?
Ich bin nicht sicher, ob ich die Formulierung „[…] kostet mehr als die Hälfte […]. Kosten die Dorfweine dann um die 100€ oder 33€?
Lieblings PLV PN ist Reinhold und Cornelia Schneider Spätburgunder R für 35€. Den sehe ich als Amateur-Bewerter bei 95 Punkten.
Er ist teurer als die Hälfte der im Podcast besungenen Dorfweine. Das waren schätzungsweise 12 Stück, also wären mehr als die Hälfte dann mindestens 7. Das bezog sich auf die Anzahl und nicht den Preis. Nein, 95 für einen Dorfwein ist schon sehr viel in einer Region, in der es ja auch noch erste Lagen gibt. Natürlich passiert das gelegentlich, aber eben nicht so häufig, wie in Deutschland Rekordpunktzahlen vergeben werden. Wenn R&C Schneider R Dir 95 wert ist, dann ist er Dir das wert. Wir loben das Weingut immer wieder für das gute PLV. Fehlen also nur noch Rings und Gallois und die Party kann steigen.
Verstanden.
Den Spätburgunder Gutswein von Rings finde ich für 18€ auch extrem stark.
Ich habe noch Annaberg und den Kallstadter Ortswein im Keller.
Vielleicht wird es eine größere Party.
Das war wieder einmal eine spannende Folge.
Wie schon letztes Jahr, bin ich aber unsicher, was ich als Konsument fast keiner Erfahrung im Burgund (<10 Wein bewusst probiert) daraus machen soll. Und das liegt weniger an Euch als an mir. Reflexartig habe ich Lobenberg‘s geöffnet und nach Burgund und Gevrey Chambertin gefiltert. Wenn ich mir die dortigen Bewertungen von Lobenberg selber aber auch von bekannten Kritikern ansehe, komme ich zu dem Schluss, dass ich hinsichtlich P/L in Deutschland deutlich besser aufgehoben bin.
Vielleicht braucht es mal einen (globalen) Pinot-Einkaufsguide 😉
Ich empfehle jedem mal einen PN aus Patagonien zu probieren.
Das mit den Bewertungen ist ja eigentlich eine Pest. Kaum jemand wird einem Dorfwein aus dem Burgund 95 Punkte geben, weil die Welt mitliest. Ein paar lustige Punkte-Exzesse für eine Erste Lage aus Deutschland sind hingegen kein Problem. Ich finde den Steinacker von Rings regelmäßig saustark. Ist sowas wie ein ‚Benchmark‘. Kostet 55 Euro und damit mehr als die Hälfte aller im Podcast besungenen Dorfweine. Oder genau so viel wie ein Gevrey-Chambertin von Dominique Gallois. Und der (oder zumindest Weine wie der) sind das Vorbild für die Rings-Brüder. Wenn man jetzt natürlich sagt: hey, einen Steinacker-Ersatz finde ich aber in D schon für sagen wir 20 Euro (Schmitt’s Kinder Sonnenstuhl Tradition) dann habe ich mich einen ganz kleinen Tick aus dem Zielkorridor nach unten geschlichen und vergleiche Äpfel mit Birnen. Also was sollst Du daraus machen? Kauf dir für 55 Euro den Wein von Gallois, dazu den von Rings und Deinen Lieblings-PLV-Spätburgunder aus D, lade ein paar Freund ein und mache eine Blindprobe, bei der Du einen Deiner Freunde bittest, die Weine zu verblinden, damit Du selber nicht weißt, was was ist. 140 Euro für einen netten Abend und ganz viel Erkenntnis.