Hermitage und Rioja im Podcast

Blindflug 19: Duell der Superschurken

Sascha schenkt das Beste der Nord-Rhone ein und ist ganz aufgeregt, wie seine dazugehörige Probe wohl werden mag. Felix bringt endlich Tempranillo, extra für Sascha selektiert.

Hermitage Le Meal 2006 von Chapoutier

Sascha haut einen raus: Hermitage Le Meal 2006 von Chapoutier. Mehr Syrah geht nicht, auch wenn sich das erst später am Abend mit mehr Luft bewahrheiten wird. Denn die beiden Blindflieger treffen sich kurz vor Saschas großer Nord-Rhone-Sause, weswegen Felix auch einen leichten Quiz-Vorteil hat. Der Le Meal ist aber so fest und fruchtig, dass Felix erst mal auf Syrah aus einer anderen Ecke tippt. Damit zeigt er aber nur, dass er keine Ahnung hat.

Ramon Bilbaos 'Mirto' 2012

Dieses ‘Keine-Ahnung-Haben’ ist auch Thema des längeren Vortrags, den Sascha sich anhören darf, während er den ersten Blindflug-Rioja verkostet. Ramon Bilbaos ‘Mirto’ 2012 gehört zu den eher modernen Reserven aus der Rioja. Er fällt vielleicht auch deswegen in Saschas Beuteschema, was Felix’ alleiniges Auswahlkriterium war. Schließlich hatte er bei seiner entspannten Vorauswahl aus Hundert Weinen vor allem Sascha im Blick.

Viel Spaß bei der neuen Episode unseres Wein-Podcasts.

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8 Gedanken zu „Blindflug 19: Duell der Superschurken“

  1. Folge 16?! Ja klar hab ichs gehört aber mein Gedächtnis ist nicht mehr das Beste. Hörs mir später nochmal an 😀
    Das bekannte Verkoster gleich schlecht behandelt werden können hab ich zugegebener Maßen auch einmal erlebt. Auf der Berliner GG Premiere’18 hatte ich mir einen Tisch mit einem schwedischen Weinkritiker geteilt welcher die Gläser fast immer voll bekam. Doch dann schlug die Gleichberechtigung zu und er kam mit fast leeren Gläsern zurück. Weiß leider nicht mehr welcher Winzer es war. Glaube es war jemand von der Mosel. Der Kritiker hat mir dann gesagt dass dieses Weingut dann auch schlechter bewertet wird weil da im Glas nichts rüberkommt.

      1. Hahaha hab ich gerade nochmal gehört. Die Folge war köstlich. Der Facebook poser. Könnte eine Story bei Seinfeld sein.
        Na gut ich verstehe warum die 20.000 probierten Weine keine Heldentat ist. Jeder könnte soviel probieren wenn man immer zu den entsprechenden Veranstaltungen geht. Okay.

        Mein Respekt zoll ich Dir dann aber trotzdem für dein Blog, Berichterstattungen, Podcast, Webweinschule und für alles Andere was Du für die Community tust. Dem Sascha spreche ich an der Stelle auch natürlich ein Lob aus denn er scheint ein cooler Typ sein der ebenfalls guten Geschichten auf Lager hat. Danke!

  2. Toller Podcast! Ich bin jetzt auch richtig motiviert mal eine Weinprobe unter meinen Freunden zu veranstalten. Dekantiert ihr junge Weinen dafür doppelt, und wenn ja wie lange davor? Ich vermute es ist auch eine Einzelfall Entscheidung. Also lieber vorher öffnen, probieren und dann entscheiden?

    20.000+- Weine schon getrunken?! Angenommen du trinkst erst seit 20 Jahren, macht dass solide 1000 im Jahr. Respekt!

    Kann es sein bevor man einen Wein schlecht bewertet dass man deren Kritik einfach überspringt oder nichts schlecht schreibt, sofern man jetzt nicht bewerten muss? Um so niemand vor den Karren zu treten?

    Wie handhabt ihr das bei öffentlichen Weinproben (z.Bsp. GG Tour). Habe schon öfters das Problem gehabt dass entweder zu wenig oder zu kalt eingeschenkt wurde und man so nicht richtig bewerten kann oder ewig warten muss dass der Wein sich erwärmt. Fordert Ihr direkt beim einschenken noch etwas nachzuschenken oder holt Ihr Euch dann noch ein zweites Glas oder bewertet einfach anhand dessen was Ihr bekommt und wenns dann nicht gut war(auch wenn man weiß es lag an der Menge) dann wars halt nicht gut? Mir ist auch aufgefallen dass vermeintlich bekannte Verkoster circa doppelt so viel ins Glas eingeschenkt bekommen, was mach mich eigentlich davon überzeugt dass den Winzern diese Problematik durchaus bekannt ist. Ist nur doof dann für den kleinen Verkoster oder schlimmer noch den Endverbraucher, dieser kauft dann einfach nicht.

    Viele Grüße

    Sascha J.

    1. Moin Sascha,
      Belüftung ist Einzelfallentscheidung.
      Respekt??? Hast Du Folge 16 nicht gehört^^???
      Im Ernst, es geht um Flaschen, von denen man mal mindestens einen Schluck probiert hat. Das datiert einerseits länger als 20 Jahre zurück, zum anderen geht das vor allem in jüngerer Vergangenheit galoppierend: Heute Mittag zur Fachverkostung Montsant gewesen, 2 Stündchen probiert, und wieder 40 Weine. Solche Termine besuche ich im Moment wohl jede zweite Woche, oder ich nehme mal an einer Pressereise teil – Tausend Weine im Jahr. Wiesbaden mit Rheingauer Vorprogramm: 500 Flaschen (nicht Weine, weil viele Weine zwei oder drei Mal), ProWein: 200+ Weine, dazu 200 Flaschen auf privaten Weinproben und zuletzt 1000 Flaschen pro Jahr für den Gault & Millau. Macht 2900 Flaschen und ich habe noch nicht einen Schluck getrunken!
      Ich bespreche schlechte Weine fast nie, weil es niemanden interessiert und ich wie beschrieben der Meinung bin, eine schlechte Besprechung erfordert besonders viel Sorgfalt/Arbeit.
      Wenn mir jemand zu wenig einschenkt, weil er es nicht merkt, sage ich etwas, wenn er mir wenig einschenkt, weil er denkt, ich sei ein Schnorrer, bedanke ich mich artig, probiere den Wein und und breche danach die Verkostung ab. Ist gerade am Wochenende wieder auf der Berliner Weinmesse passiert. Dort renne ich schließlich wie jeder andere rum, ich stelle mich bei Endverbrauchermesen nicht als Fachbesucher vor. Das bekannte Verkoster eine Vorzugsbehandlung erfahren, habe ich auch schon bemerkt. Die meisten reißen sich da aber nicht drum, im Gegenteil, es ist ihnen ein bisschen unangenehm. Es passiert manchmal aber auch das Gegenteil und Winzer lassen bekannte Verkoster deutlich spüren, eass es ihnen gerade gar nicht recht ist, dem Verkoster in der freien Wildbahn zu begegnen. Das ist dann ausgleichende Gerechtigkeit.

  3. Wie war das noch, “das Plop-Geräusch vom Korken beim öffnen einer Weinflasche ist toll, aber nicht mehrere tausend Euro wert” oder so ähnlich? Wird dir bei deinem Alu-Glück da nicht schon langsam der Naturkorken wieder sympathischer? 😉

    Habe übrigens beim Thema Weinkritik wirklich selten so lachen müssen als bei deiner Übertragung auf die Kulturkritik. Absolut großartig, aber auch wirklich schade, dass Viele hier nicht wirklich konstruktiv mit Kritik umgehen können. Leider aber zutiefst menschlich. Wie glaube Du hast das schon einmal von dir angesprochen: Wenn jemand viel Geld für eine Flasche oder gar eine ganze Kiste ausgegeben hat, dann MUSS der Wein einfach schmecken und man muss sich schlimmstenfalls auch Plörre schönreden, damit man sich nicht zu Tode ärgert. Trotzdem traurig.

    Ansonsten hoffe ich mal Sascha hatte eine tolle Weinprobe und ich kann es nur absolut bestätigen, dass man sich nach einer gelungenen Probe noch Tage danach wie auf einer Wolke schwebend fühlt. Habe zwar längst nicht so viel Ahnung von Wein wie ihr beide (vielleicht sollte ich Weinkritikern schreiben, mit kann ja nichts mehr passieren ;-)), aber mich dennoch vor drei oder vier Jahren schon dazu hinreißen lassen eine Probe für Freunde abzuhalten. Meine Kenntnisse reichten jedenfalls aus, da ich der einzige im Freundeskreis war der sich überhaupt intensiver mit Wein befasst und alle anderen in die Kategorie neugierige Gelegenheitstrinker fielen. Nun hat mich eine der Teilnehmerinnen von damals vor kurzem nochmal darauf angesprochen und meinte, dass das ja toll war und man es mal wiederholen müsste, worauf wir angedacht haben einen Termin für März oder April zu finden. Freue mich jetzt schon wie Bolle darauf und kann eigentlich nur jedem Weinliebhaber raten, dass selbst mal auszuprobieren, macht irre Spaß!

    Grüße

    Alex

    1. Naja, die Zahl der korkenden Weine war noch höher, aber das war ja nicht Thema. Und privat, also von selbst gekauften Weinen, hatte ich tatsächlich noch keinen Schrauber-Vorfall.
      cheers
      Felix

      1. Hallo Felix,
        nachdem ich die Folge nun noch ein wenig habe Sacken lassen kam mir doch noch eine Frage in den Sinn die ich Dir gerne stellen würde. Zugegeben es führt ein wenig am Kernthema vorbei, aber wenn ihr das Fass mit der Weinkritik nun schon einmal geöffnet habt bin ich so frei darauf noch einmal einzugehen, daher: Wie verkostest Du eigentlich die Weine die du für den Gault Millau testest? Also konkret würde mich interessieren welche Gläser du dabei verwendest. Man hört immer wieder, viele Kritiker würden das ”l’Impitoyable” verwenden und alle Weine darin verkosten um bezüglich des Glases dieselben Ausgangsbedingungen zu haben. Wie ist das bei Dir, verwendest du das auch, oder ein anderes oder nimmst du je nach Weintyp unterschiedliche Gläsertypen (Burgunderpokal, Weißweinkelch, Sektflöte, etc.)?
        Anbei ist mir übrigens noch eingefallen, dass die Frage ob man das Ed Sheeran Album denn auf einer Bose-Anlage gehört habe wohl gar nicht mal so sehr aus der Luft gegriffen ist. Mir kam diesbezüglich ein Bekannter in den Sinn der immer mal wieder erzählt es gäbe keine Anlagen unter 10.000 Euro mit denen man die ganze Komplexität von Musikstücken erfassen könne und auch dem Gelegenheitshörer solle eine Anlage wenigstens 3000 Euro wert sein. Also wer weiß, vielleicht ist die Frage nach dem Anlagentyp im Feld der Kulturkritik nicht mal unberechtigt.

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